Ehepaar aus Neukirchen-Vluyn bringt seit 27 Jahren Spenden nach Bosnien.

Ehepaar aus Neukirchen-Vluyn bringt Spenden in ein armes Land. : Seit drei Jahrzehnten für Bosnien-Hilfe unterwegs

Das Ehepaar Ursula und Heribert Hölz steht vor der 90. Spenden-Fahrt.

Heribert Hölz ist bekannt wie ein „bunter Hund“. Sein Engagement und das seiner Frau Ursula gilt der Bosnienhilfe und einem Land, das nicht mehr auf der Agenda der Hilfsorganisationen steht. Am 14. Februar sind es genau 27 Jahre, die das Ehepaar Hölz mit Leib und Seele dem Land und ihren Menschen gewidmet hat.

1992 erfolgte die erste Fahrt mit Sachspenden ins Kriegsgebiet, heute sind es finanzielle Hilfen für ein armes Land. In April wird es die 90. Tour sein. „Wir haben dank der Medien viel Öffentlichkeit bekommen und uns auch immer darum bemüht, damit die Wege der Spenden transparent sind“, erzählt der 76-Jährige Hölz. „Der Spender weiß, das Geld kommt hundertprozentig da an, wo es hin muss. Wir sind ja immer selber mit vor Ort.“ 2018 fanden 130 000 Euro Spendengelder ihr Ziel in Projekten wie der Alten-, Kranken- und Medikamentenhilfe, Familienpatenschaften, Schulprojekten. Beispielsweise gibt die Suppenküche in Zenica täglich 120 Essen für Bedürftige aus.

Neu ist die Suppenküche im Schwesternkloster, in Banja Luka im Nordosten. Die Schweizer Caritas hatte sich dort verabschiedet. Die nationale Caritas bat Hölz um Unterstützung. Die Hilfe des katholischen Wohlfahrtsverbandes kommt katholischen, muslimischen und orthodoxen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen zugute. „Es gibt keinen katholischen Hunger. Armut ist dort überall zuhause“, so Heribert Hölz.

Pläne für 2019? „Die kommen von ganz alleine“, lacht der ehemalige Caritas-Sozialarbeiter. So erfuhren die Hölz von einer Großfamilie in Not: Der Vater arbeitslos, die Mutter verstorben, fünf Kinder ohne Perspektive in einem kaputten Haus, eher ein Stall, ohne Dach, Wasser und Strom. Fazit: Hölz helfen. „Wenn wir nicht so tief in unserem Glauben verwurzelt wären, könnten wir das nicht schaffen. Es ist bedrückend, aber wir leben dafür“, sagen Ursula und Heribert Hölz.

Das Netzwerk aus Spendern funktioniert, weil die Hölz selber vor Ort sind. „Aus dem Klever Raum bekamen wir 86 Paar handgestrickte Socken“, so Ursula Hölz. Von der Gutsverwaltung Bloemersheim und aus Privatgärten kommt unter anderem Obst für Marmeladen. 1900 Gläser hat sie 2018 gekocht, die auf Gemeindefesten weggehen wie geschnitten Brot. „Arbeit haben wir genug und sind froh, wenn wir wieder alle Projekte versorgen können“, so Heribert Hölz.

Highlight ist die 90. Fahrt und die Übergabe von 33 Schafen, der Hilfe zur Selbsthilfe. Von Spendengeldern aus niederrheinischen Kindergärten und Schulen werden bei bosnischen Schafzüchtern die Tiere gekauft: für eine Familie fünf Muttertiere und ein Schafbock mit der Auflage, dass kein Tier innerhalb der nächsten drei Jahr geschlachtet wird. 130 Euro kostet ein Schaf, 150 Euro ein Bock. „Die Übergabe an die Familien ist im Frühjahr“, so Ursula Hölz. Das Besondere ist der Fototermin, alle Schafe haben Namen bekommen.