1. NRW
  2. Städte
  3. Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn: Drei Lösungen fürs Auto-Chaos im Dorf

Neukirchen-Vluyn : Drei Lösungen fürs Auto-Chaos im Dorf

Die Initiative "Alarm pro Dorf" wehrt sich gegen rücksichtslose Fahrer im Kern von Neukirchen, besonders zu den Marktzeiten. Drei mögliche Lösungen werden nun im Rat diskutiert. Doch jede von ihnen hat auch Nachteile.

"Alarm pro Dorf Neukirchen" - unter diesem Namen haben sich Anwohner zusammengetan, um gegen Verkehrsprobleme im Zentrum von Neukirchen zu protestieren. Eine Unterschriftenliste wurde der Verwaltung bereits überreicht, nun wird sich der Rat in seiner kommenden Sitzung mit dem Thema beschäftigen.

Die Anlieger beschweren sich, dass vor allem zu Marktzeiten rücksichtslose Autofahrer die Sicherheit an der Linden- und anderen Straßen im Ortskern gefährden. Von "haarsträubenden Szenen" spricht Anwohner Hans-Peter Ohms. Bürgermeister Harald Lenßen hatte im Juni versprochen, "an der Lösung der Verkehrsprobleme mitzuwirken". Doch das ist nicht so einfach, wie Gespräche in der Zwischenzeit gezeigt haben - unterschiedliche Wünsche stoßen aufeinander. Die Verwaltung stellt in der Ratsvorlage fest, dass die Polizei für "den genannten Verkehrsraum" keine Häufung von Verkehrsunfällen oder Gefahrensituationen registriert habe. "Lediglich bezogen auf Behinderungen während der Markttage gab es vereinzelt Hinweise", heißt es. In Gesprächen mit dem Arbeitskreis Dorf und Gewerbetreibenden seien drei mögliche Szenarien entwickelt worden.

Vorschlag A Der Arbeitskreis Neukirchen regt an, den Markt entlang der Hochstraße aufzustellen. Das stößt aber auf Widerstand bei den Laden- und Hausbesitzern, deren Geschäfte und Ausfahrten verdeckt würden. Für Krankenwagen könne der Rettungsweg eventuell zu schmal sein.

Vorschlag B Der Markt könnte auf den Bereich hinter die Gaststätte "Alt Derp" erweitert werden, dann würde der Bereich Lindenstraße/Hochstraße freigezogen. Diese Idee finden die Marktbeschicker allerdings nicht gut, da der Markt zu weit auseinandergezogen würde.

Vorschlag C Die Bürgerinitiative würde die Lindenstraße und Bruchstraße zu Marktzeiten am liebsten sperren lassen. Rechtlich wäre das möglich, meint die Verwaltung, doch die Gewerbetreibenden lehnen dieses Szenario ab. Sie fürchten, dass Kunden wegbleiben, außerdem wäre im Fall einer Sperrung weder Lieferverkehr noch die Zufahrt zu den Privatgrundstücken gewährleistet.

Die Verwaltung resümiert, dass eine Lösung, die alle befriedigt, offensichtlich nicht möglich ist und schlägt vor, dass erst einmal alles bleiben soll, wie es ist. 2016 soll es ohnehin größere Kanal- und Straßenbaumaßnahmen an der Hochstraße geben, dann könne man noch einmal prüfen, wie störende Einbauten - etwa Bäume, Lampen, Bänke - besser angeordnet werden könnten, so dass die Marktaufstellung verbessert werden könne.

(RP)