Neukirchen-Vluyn: Drei Chöre singen die Matthäus-Passion

Neukirchen-Vluyn: Drei Chöre singen die Matthäus-Passion

Hans-Hermann Buyken bringt mit dem Collegium Vocale in der SELK, dem Kammerchor Düsseldorf sowie dem Cölner Barockorchester in St. Quirinus eine der anspruchsvollsten Kirchenmusiken zu Gehör: Bachs Matthäus-Passion.

Hans-Hermann Buyken wagt sich mit seinem Collegium Vocale der SELK an eine der größten Herausforderungen für Chöre: die Matthäus Passion von Johann Sebastian Bach. "Ach, ich freue mich so richtig darauf", betonte der Kirchen- und Schulmusiker, der das Collegium seit seiner Gründung im Jahr 1982 leitet. "Wir haben schon den Messias von Georg Friedrich Händel und Bachs Weihnachtsoratorium bis zur Aufführung gebracht", erzählt Buyken. Die Matthäus Passion sei jedoch einfach das größte Werk zur Kirchenmusik. Warum? "Man braucht zwei Chöre und zwei Orchester", erläutert der Chorleiter. Im Kammerchor Düsseldorf hat Buyken einen kongenialen Partner für sein Vorhaben gefunden. Das Collegium Vocale in der SELK unterstützte den dortigen Chorleiter Wolfgang Abendroth im vergangenen Jahr bei seiner Aufführung der Matthäus Passion in der Landeshauptstadt. Dieses Jahr bringt Hans-Hermann Buyken sie nach Neukirchen-Vluyn: Am Sonntag, 18. März, 17 Uhr, wird sie in der St.-Quirinus-Kirche dargeboten. "Das ist eine Seltenheit in unserer Region", sagt der Chorleiter.

Neben dem Collegium Vocale in der SELK und dem Düsseldorfer Kammerchor hat Hans-Hermann Buyken mit Kindern und Jugendlichen aus Vluyn, Neukirchen sowie Köln einen weiteren Chor zusammengestellt, der die beiden erwachsenen Chöre mit seinen Stimmen unterstützen wird. Die Zuhörer werden 75 Sänger erleben. Begleitet wird der Chor durch das Cölner Barockorchester. Solisten sind Wolfgang Klose (Evangelist), Christian Walter (Christus), Theresa Nelles (Sopran), Charlotte Quadt (Alt) Theodore Browne (Tenor) und Joachim Höchbauer (Bass). Hans-Hermann Buyken hat die Gesamtleitung inne. Bach hat die Matthäus Passion 1727 zum ersten Mal aufgeführt. "Die Sprache ist uns heute vielleicht fremd, aber die Musik hat noch heute etwas Modernes", sagt Pfarrer Andreas Fink, der die Aufführung der Matthäus Passion sehr gerne in St. Quirinus beherbergt.

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"Bach schrieb sie für den Vespergottesdienst am Karfreitag des Jahres 1727 in St. Thomas in Leipzig", berichtet Buyken. "Er vertont darin die Passionsgeschichte nach dem Bericht des Evangelisten Matthäus. Hinzu treten freie Dichtungen in den Arien und Rezitativen sowie die Choräle. Damit ergeben sich drei Textebenen, drei literarische Quellen", erklärt Buyken. Mit seinem Werk habe Bach versucht, die Zeit zu überbrücken. "Sie führte den Gottesdienstbesuchern am Karfreitag die theologische Bedeutung des Leidens Jesu Christi in besonderer Weise mit Hilfe der Komposition vor Augen und Ohren und ermöglichten eine tiefe innere Anteilnahme. Diese Bestimmung erfüllt sie bis heute, und wir wollen ihr durch unsere möglichst authentische Interpretation Rechnung tragen." Buyken will sie "in alter Stimmung" musizieren, der historischen Aufführungspraxis folgen. Die Matthäus Passion gehört jedoch nicht nur zu dem Anspruchsvollsten, das je in der Kirchenmusik komponiert wurde. Ihre Realisierung ist ebenso aufwendig. Deshalb freut sich Chorleiter Buyken darüber, dass die Sparkassen-Kulturstiftung Neukirchen-Vluyn, das Land NRW und die Heinz-Trox-Stiftung die Aufführung fördern. Der Eintritt kostet 20 Euro. Karten gibt es in der Neukirchener Buchhandlung, bei Giesen-Handick und im Kirchenbüro St. Quirinus, in der Buchhandlung am Rathaus in Kamp-Lintfort.

(RP)