Dong Open Air 2018 in Neukirchen-Vluyn verzeichnet Besucherrekord

Festival : 3000 Metal-Fans bei glühend heißem Dong Open Air

In Norddeutschland steigt jedes Jahr Wacken Open Air, das größte Metal-Festival Deutschlands. Auf (der Halde) Norddeutschland wird jedes Jahr das Metal-Festival mit der schönsten Aussicht gefeiert.

„Das Dong Open Air ist ein Wacken Open Air en miniature“, sagt Organisator Stephan Liehr. „Diesmal hatten wir mit 3000 Fans einen Besucherrekord. Es waren 400 mehr als im Vorjahr. Mehr Fans können wir organisatorisch nicht bewältigen.“

2001, als der Neukirchen-Vluyner gerade sein Abitur bestanden hatte, organisierte er mit Freunden das erste Festival auf der Halde. Die Höhe der Halde in Metern, 102, entsprach der Besucherzahl. Doch Jahr für Jahr kamen mehr Fans nach Neukirchen-Vluyn. Heute ist Liehr 36, wohnt in Hamburg und arbeitet für das Wacken Open Air. „Beide Festivals sind aus einer Bierlaune heraus entstanden“, erzählt er. „Beide Festivals besitzen gewachsene Strukturen. Auf beiden Festivals ist Metal und Rock zu hören, teilweise beeinflusst von Punk, Gothic oder Hardcore. Und auf beiden Festivals sind die Fans friedlich, selbst wenn die Musik lauter als in der Hölle ist.“

Diese Friedfertigkeit hat sich bei Dieben herumgesprochen. Zwei oder drei kauften Eintrittskarten, um am Donnerstag vor der Bühne echten Metal-Fans die Portemonnaies aus Taschen und Hosen zu ziehen. „Wir haben die Fans auf die Diebe hingewiesen“, sagt Liehr. „Danach waren sie nicht mehr zu sehen. Mit den Diebstählen war es vorbei. Ansonsten ist das Festival optimal gelaufen.“ Auch wenn das Dong Festival in vielem ein „Wacken Festival en miniature“ ist, gibt es einen großen Unterschied, weil der Gipfel der Halde Norddeutschland sozusagen von der Zivilisation abgeschlossen ist. Die Festivalorganisatoren, die sich im Verein Dong Kultur zusammengeschlossen haben, müssen mit Generatoren Strom erzeugen. Sie lassen mit Tankanhängern Wasser auf das Gipfelplateau fahren, das im ersten Gang durch die Duschen der campenden Fans läuft und im zweiten durch die Toiletten, um dann wieder gesammelt zu werden. „Das ist wie auf einer kleinen Farm“, sagt Liehr. „Die Anhänger werden immer wieder getauscht. Ich weiß gar nicht, wie oft. Ich weiß auch nicht, wie viele tausend Liter Mineralwasser und wie viel tausend Liter Bier getrunken werden.“

Von Donnerstag bis Samstag herrschte auf dem Gipfelplateau glühende Hitze. Zum Abschluss des Festivals am Samstag spielte die Rheinberger Gruppe Betontod. „Die Aussicht hier ist herrlich, anders als in Wacken. Tagsüber sehen die Fans den grünen Niederrhein, nachts die Lichter des Ruhrgebietes. Einmalig.“

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