Die Schapehuysener Künstlerin Karin Scheidt ist vom Filz fasziniert

Rheurdt : Karin Scheidt ist vom Filz fasziniert

Die Schaephuyserin stellt aus dem Material Taschen, Handschuhe und Dekorationsartikel her. In Kursen gibt sie ihre Kenntnisse weiter.

Für Karin Scheidt ist Filz ein besonderes Material. „Ich bin davon fasziniert“, sagt die Filzkünstlerin. „Wolle verwandelt sich mit Seife und Wasser in etwas Neues. Das Filzen ist ein Ruhepol. Die wildesten Kinder kommen zur Ruhe, wenn sie mit Wolle, Seife und Wasser arbeiten.“ Sie stellt Taschen, Schals, Handstulpen, Röcke und Hüte genauso aus dem wollenen Material her wie Kürbisse oder Windlichter. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, erzählt sie.

Vor zehn Jahren entdeckte die Schaephuysenerin das Filzen für sich, als sie Kurse bei der Filzkünstlerin Monika Derrix in Geldern besuchte. 2010 bewarb sich die gelernte Bürokauffrau um eine Ausbildung zur Filzgestalterin in Stuttgart. Gut ein Jahr hatte sie zu warten, bis ein Platz frei war. Dann begann sie die Ausbildung, die sie 2013 abschloss. „Der Unterricht wurde blockweise gegeben“, erzählt die ausgebildete Filzgestalterin. „Für die freie Zeit haben wir Hausaufgaben bekommen.“

Sich künstlerisch weiterzubilden und sich mit anderen Künstlern auszutauschen, hält sie für wichtig. „Deshalb besuche ich auch Kurse anderer Filzer“, erzählt sie. „Ich bin Mitglied im bundesweiten Filznetzwerk.“ Außerdem gibt sie regelmäßig selber Filzkurse, in denen Kursteilnehmer erste Erfahrungen mit der Wolle und deren Eigenschaft sammeln. „Beim Filzen zieht sich die Wolle zusammen“, berichtet sie. „Der Schrumpffaktor ist bei jeder Wolle anders. Oft zieht sie sich um 20 bis 30 Prozent zusammen, manchmal aber auch zu 50 Prozent und mehr.“ Deshalb haben Filzkünstler zunächst eine Probe herzustellen, die meistens ein quadratisches Mustertuch von 30 mal 30 Zentimetern ist. Wenn es getrocknet und geschrumpft ist, können sie den Faktor ermitteln, um dann damit zu arbeiten.

In Filzkursen gibt Karin Scheidt diesen Faktor vor, damit die Teilnehmer sofort anfangen können, aus Wolle, Seife und Wasser Bahnen aus Filz herzustellen. Später können sie Schablonen darauflegen, um zum Beispiel eine Filztasche oder ein Windlicht zu produzieren. „Kinder ab acht Jahren besuchen die Kurse, genauso wie Erwachsene“, sagt sie. „Die Kursteilnehmer kommen aus der näheren Umgebung, zum Beispiel Neukirchen-Vluyn, Krefeld oder Wachtendonk, sowie aus Rheurdt und Schaephuysen.“

Neben den Kursen besucht sie Natur- und Kunstmärkte, um ihre Faszination für den die transformierte Wolle und das entschleunigte Leben weiterzugeben. So stand sie am ersten Sonntag im Oktober auf dem Naturmarkt in Schaephuysen. Am Samstag, 2. November, zeigt sie ihre Kunstwerke beim Hubertusmarkt in Issum, der um 11 Uhr im Weißen Haus beginnt und um 17 Uhr endet. „Ich gestalte gerne Taschen und Körbe“, sagt die Filzerin. „Ideen haben ich noch für viele andere Dinge.“

Mehr von RP ONLINE