Die Quartiersarbeit der Diakonie in Vluyn kann weitergehen.

Neukirchen-Vluyn: Diakonie bietet „Gespräche auf Rezept“

Lotterie macht’s möglich: Projekt „Wohnen und Leben im Alter – Quartiersarbeit in Vluyn“ kann fortgesetzt werden.

„Gespräche auf Rezept“ sollen Seniorinnen und Senioren künftig dabei helfen, ihre Einsamkeit zu überwinden. „In den Wartezimmern der Arztpraxen sitzen viele Senioren, die unter Einsamkeit leiden und auf der Suche nach Ansprache sind“, erklärt Ulrike van den Berg, Seniorenberaterin im Vluyner Treff 55. Ärzte, die feststellen, dass ein Patient auf der Suche nach Kontakt die Sprechstunde aufsucht, können ihnen eine Postkarte mit der Telefonnummer der Seniorenberaterin an die Hand geben. „Wir können dann Ehrenamtliche aus unserem Besuchsdienst finden, die Kontakt zu den Senioren aufnehmen.“

Hinter dieser Idee steht das Projekt „Wohnen und leben im Alter – Quartiersarbeit in Vluyn“. Seit dem Jahr 2015 unterstützt der Treff 55 der Grafschafter Diakonie, die Älteren im Ortsteil. „Ziel ist es, dass Seniorinnen und Senioren länger hier im Ort und in der eigenen Wohnung leben können“, erklärt Anneke van der Veen, die Leiterin des Treff 55. „Das ist eine langfristige Aufgabe, für die viele kleine Schritte nötig sind.“

Aus diesem Grund bewarb sich der Treff 55 jetzt um neue Fördermittel. Mit Erfolg: Seit Juli 2018 unterstützt die Deutsche Postcode Lotterie die Quartiersarbeit in Vluyn. Die Fördersumme, mit der die Soziallotterie mit Sitz in Düsseldorf die Finanzierung für das Jahr 2018 sichert, übergab Sascha Oliver Maas, Geschäftsführer der Postcode Lotterie, am Montag offiziell an den Treff 55. „Die Älteren, die weniger im Fokus der Gesellschaft stehen, werden durch die Quartiersarbeit gut unterstützt. So können sie länger selbstständig bleiben“, begründet Maas das Vluyner Engagement der Deutschen Postcode Lotterie. „Daher freuen wir uns sehr, dieses Projekt dank unserer zahlreichen Teilnehmer in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen.“

  • Wesel : 14. Neukirchen-Vluyn

Hans Esser kann davon berichten. Der Vluyner Senior engagiert sich als ehrenamtlicher „Technik-Botschafter“ und beim „Handwerkerdienst“. Vermittelt durch Seniorenberaterin Ulrike van den Berg können Ältere, die mit technischen Geräten, wie etwa dem digitalen Fernseher, dem vom Enkel geschenkten Handy oder dem PC auf Kriegsfuß stehen, von ihm und seinen ehrenamtlichen Kollegen Unterstützung erhalten „Die Geräte stehen oft in der Ecke und werden nicht benutzt, weil die Senioren aus Rücksicht auf ihre Enkel und Kinder nicht dauernd nachfragen wollen.“

Nach den Erklärungen von Esser und seinen Kollegen hat sich schon so mancher Vluyner Senior über die erste selbst verschickte Whats-App-Botschaft gefreut. Ebenfalls ganz praktisch im Einsatz ist Esser gemeinsam mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern vom „Handwerkerdienst“. Dabei leisten die Freiwilligen Unterstützung bei Handgriffen, für die kein professioneller Handwerker beauftragt werden kann. Dazu gehört das Wechseln einer Glühbirne, das Ab- und Aufhängen von Gardinen oder – wie im zurückliegenden heißen Sommer – das Befestigen von Insektennetzen an der Terrassentür oder dem Fenster.

(dne)
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