Die Martinusschule in Rheurdt wird Schritt für Schritt zweizügig.

Schulentwicklung in Rheurdt : Die Martinusschule wird Schritt für Schritt zweizügig

Der Schulausschuss des Rheurdter Gemeinderats stimmte der Schulentwicklungsplanung für den Südkreis Kleve zu.

Die Schülerzahl an der Martinusschule geht in den nächsten Jahren zurück. Nahm sie in den vergangenen Jahren nach den Sommerferien um die 60 Schüler auf, wird sie in den nächsten Jahren Schritt für Schritt weniger „I-Dötze“ haben. Sie bildet dann nicht mehr drei Eingangsklassen, sondern nur noch zwei. Das ist ein Ergebnis der Schulentwicklungsplanung im Südkreis Kleve, die jetzt von Georg Heller vom Bonner Projektbüro Bildung und Region im Ausschuss für Schule, Bildung, Kultur und Sport als Entwurf vorgestellt wurde.

Dieses Projektbüro prognostizierte, wie sich die Schülerzahlen in Geldern, Straelen, Wachtendonk, Kerken, Issum und Rheurdt bis 2038 entwickeln. Dabei sind die erwarteten Einschulungszahlen für die nächsten Jahre genau. „2018 wurden 40 Kinder geboren, die in Rheurdt leben“, sagte der Referent. „2017 waren es 60.“ In den Jahren zuvor habe die Geburtenzahl im Durchschnitt um die 55 gelegen. In den nächsten Jahren werde sie sich bei 40 bis 50 einpendeln, um in zehn Jahren auf gut 40 zurückzugehen und dann konstant zu bleiben. Demographische Prognosen über zehn Jahre hinaus seien kaum möglich, weil diese von anderen Entwicklungen abhingen, die sich kaum einschätzen ließen, beispielsweise der wirtschaftlichen Entwicklung. Da die Kinder mit sechs Jahren eingeschult würden, ließe sich gut prognostizieren, wie viele es seien. „Die Anzahl kann immer um drei oder vier abweichen, durch Zu- oder Wegzüge oder weil Kinder zurückgestellt werden“, sagte der Referent. So werde die Grundschule in den nächsten Jahren rund 50 Schüler pro Jahrgang und 200 insgesamt haben, blickte er in die Zukunft. „So können die Gemeinde mit einer Konstanz planen“, betonte er im Rathaus. „Es sind dann zwei Züge pro Jahrgang. Diese sind gesichert. Eine Dreizügigkeit sieht das Gesetz erst ab 58 Schülern vor.“

Georg Heller untersuchte in seiner Planung auch, wie sich die weiterführenden Schulen im Südkreis Kleve entwickeln werden. Hier war er mit einer Prognose deutlich zurückhaltender. Zum einen würden mehrere Schulformen parallel existieren, zum Beispiel Realschulen und Gesamtschulen. Dabei sei es Wille vieler Eltern, ihre Kinder auf Gesamtschulen zu schicken, die nicht alle aufnehmen könnten. Zum anderen liege die Abiturquote im Südkreis bei nur 35 Prozent und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Sie werde sich erhöhen, meinte der Referent im Schulausschuss. Damit werde sich auch die Schullandschaft verändern.

Der Ausschuss stimmte dem Entwurf der Schulentwicklungsplanung zu, der am 20. März bereits allen Schulleitern im Forum des Straelener Gymnasiums vorgestellt worden war. Sobald alle Kommunen des Südkreises zugestimmt haben, soll diese Planung, voraussichtlich nach den Sommerferien, bindend sein.

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