Neukirchen-Vluyn: Die lachenden Ziegen aus der Littard

Neukirchen-Vluyn: Die lachenden Ziegen aus der Littard

Sonja Girndt und Carsten Erxleben wollen auf ihrem Hof Ziegenkäse in Bio-Qualität herstellen und verkaufen. Zur Finanzierung des Projekts sammeln sie Geld auf einer Crowfunding-Plattform im Internet.

Sie tragen Namen wie Brause, Lisa und Line, und wie sie durchs Gehege tollen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Wenn Tiere überhaupt glücklich sein können, so trifft das auf diese Ziegen zu. 27 halten Sonja Girndt und Carsten Erxleben auf ihrem Hof in der Littard. 15 davon sind Lämmer, die noch an den Zitzen ihrer Mütter hängen. Aber bald werden sie entwöhnt sein, und dann wie schon jetzt die "großen" Ziegen drei bis vier Liter täglich geben.

Aus der Ziegenmilch stellt Sonja Girndt leckeren Käse her. "Zehn Liter ergeben ungefähr vier Kilo Käse." Bisher darf sie das nur für den Privatbedarf machen. Ihr Traum ist es aber, den Käse im eigenen Hofladen zu verkaufen und davon zu leben. Die behördlich vorgeschriebene Käseküche ist im ehemaligen Pferdestall bereits im Bau. Wenn alles gut geht, wird der Hofladen "Zur lachenden Ziege" spätestens im Sommer eröffnen.

Familie Girndt hat den aus dem 18. Jahrhundert stammenden Buschmannshof 1982 gekauft. Die Girndts haben's eigentlich mit Schafen. Sonja Girndts Vater hielt Schafe, ihr Bruder ist Schäfer in Schaephuysen, Mutter Angelika Girndt betreibt auf dem Buschmannshof das Lädchen "Schaf-Gabe", in dem sie Produkte vom Schaf verkauft. Gleich daneben will Sonja Girndt (sie arbeitet in der Altenheimat Vluyn) ihre "Lachende Ziege" eröffnen. Vor ungefähr sieben Jahren brachte sie Lisa, ihre erste Ziege auf den Hof, und seither Wuchs die Liebe zu diesen Tieren - auch bei Carsten Erxleben. "Ziegen sind intelligent und aktiv. Nicht so verschnarcht wie Schafe", sagt er.

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Im landwirtschaftlichen Bildungszentrum Haus Riswick hat das Ehepaar einen "Sachkunde-Nachweis" für die Ziegenhaltung abgelegt. Eine Bio-Zertifizierung des Hofs läuft. "Hier ist sowieso alles bio", sagt Erxleben. Aber das offizielle Siegel sei für viele Menschen eben doch wichtig. Ein Businessplan für Käseküche und Geschäft steht ebenfalls, danach beträgt das Investment insgesamt 80.000 Euro . "Weil wird viel selbst machen, können wir sparen", sagt Erxleben, der von Beruf Webdesigner ist. 14.000 Euro fehlen noch zur Finanzierung der "Lachenden Ziege"; etliche Geräte für die Käseküche müssen noch angeschafft werden. Das Geld hofft das Ehepaar, über die Crowdfunding-Pattform startnext.com im Internet zu sammeln. Dort kann man sich über das Projekt informieren und es durch eine Spende unterstützen. Kommen die 14.000 Euro bis zum Stichtag 22. April nicht zusammen, bekommen die Spender ihr Geld zurück. Ansonsten gibt es für sie höchstens ein symbolisches Dankeschön - etwa einen Gutschein für Käse. "Die Spende ist keine Geldanlage", unterstreicht Erxleben. "Man gibt Geld für eine Idee, die man gut findet." Für Menschen aus der Region lohne sich die Spende jedoch, denn: "Hier gibt es bald den weltbesten Käse!"

Sinja Girndt und Carsten Erxleben wollen ihre Geschäftsidee auch dann durchziehen, wenn das Crowdfunding nicht klappt. Dann verzögere sich die Eröffnung des Ladens nur etwas. Schon jetzt fragten viele Ausflügler und Kunden der "Schaf-Gabe"nach Ziegenkäse und Ziegenmilch. Erxleben ist sicher: "Das Geschäft wird brummen."

Infos im Netz: www.startnext.com/ lachende-ziegen

(RP)
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