Neukirchen-Vluyn: Die hässliche Seite billiger Kleidung

Neukirchen-Vluyn: Die hässliche Seite billiger Kleidung

Eine ökumenische Fastenaktion in Neukirchen-Vluyn will über die Produktionsbedingungen der Kleiderhersteller und die Folgen der Wegwerf-Klamotten-Kultur informieren. Ausstellung im Neukirchen-Vluyner Rathaus.

Wenn Menschen hierzulande billige Kleidung kaufen, dann ahnen sie oft nicht, welches System sie damit unterstützen. Pfarrerin Juliane Kollmann-Rusch aus Neukirchen-Vluyn möchte den Blick auf diesen Hintergrund lenken, den viele von uns gern ausblenden würden. Eine Fastenaktion, die am Freitag begann und bis zum 24. März dauert, organisiert von der Ökumenischen Forum-Agenda 21, greift verschiedene Aspekte des Themas auf, unter dem Motto "Kleider machen Leute".

Im Foyer des Neukirchen-Vluyner Rathauses wurden die Ausstellungen "Nach St(r)ich und Faden" sowie "Ich mache Deine Kleidung" eröffnet. Sie bieten einen ersten Einblick in die Problematik der Wegwerf-Klamotten-Kultur und ihrer Verbindung zu ausbeuterischen, unmenschlichen Produktionsmethoden in Entwicklungsländern.

Auch Bürgermeister Harald Lenßen sprach zur Eröffnung einige Worte und wies darauf hin, dass Neukirchen-Vluyn als Fair-Trade-Stadt bereits ein Zeichen für faire Produktionsbedingungen setze.

"Inzwischen kauft jeder Deutsche in einem Jahr 60 Kleidungsstücke, das heißt, im Schnitt zwei pro Woche", rechnete Pfarrerin Juliane Kollmann-Rusch vor. Oft würden T-Shirts oder andere Kleidungsstücke nur wenige Male getragen und dann wieder weggeworfen. Mit kurzen Filmen auf der Videoleinwand im Rathaus-Foyer wurden die Besucher auf das Thema eingestimmt. Anstatt die Ex-und-Hopp-Mentalität auf Kosten der Menschen und der Umwelt weiter zu pflegen, könnte man beispielsweise auf Modelle wie das "Upcycling" in der Nähwerkstatt in Neukirchen zurückgreifen, wo unter der Devise "Aus alt mach neu" reizvolle Ergebnisse erzielt würden.

Zu den Veranstaltungen, die im Rahmen dieser ökumenischen Fastenaktion angeboten werden, gehört ein Frühstück im evangelischen Gemeindehaus, Pastoratstraße 23, am Donnerstag, 1. März, ab 9.30 Uhr. Dort wird über die Produktionsbedingungen der Kleiderhersteller informiert. Am Sonntag, 11. März, gibt es ab 18 Uhr einen Gottesdienst mit dem Motto "Jeder Schritt zählt" in der evangelischen Dorfkirche Vluyn.

Eine "Kleidertauschparty" steigt am Samstag, 17. März, von 14.30 bis 18 Uhr, im Jugendzentrum Klingerhuf, Wilhelm-Reuter-Allee 3. Im Nähzimmer der Tuwas-Genossenschaft, Hochstraße 10, können Interessierte dann am gleichen Datum, von 10 bis 15.30 Uhr, einen Schnupperkursus "Upcycling" besuchen. Dazu bitte anmelden bei der Agenda-Beauftragten Marion May-Hacker unter 02845 391 255.

(s-g)