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Der Weg der Artenvielfalt in Schaephuysen ist eröffnet

Projekt in Schaephuysen : Der Weg der Artenvielfalt ist eröffnet

Nach gut zwei Jahren Arbeit ist ein 150 Meter langer Abschnitt auf der alten Bahnstrecke in Schapehuysen vollendet. Er gilt als ein Leuchtturmprojekt für den Artenschutz. Das alte Trafohäuschen ist Teil des Natur- und Lehrpfades.

Großer Bahnhof auf dem Gleis der Artenvielfalt am Ortseingang von Schaephuysen. Am Wochenende übergab Claudia Koschare, Vorsitzende des Vereins für Gartenkultur und Heimatpflege, gemeinsam mit Michael Sonfeld, Turmtransformator und Projektleiter, einen Teilbereich des Wandelweges in Höhe des Trafohäuschens. Diese 150 Meter sind Ergebnis einer gut zweijährigen Arbeit für den Naturschutz und die Artenvielfalt, gepaart mit Erlebnispädagogik unter freiem Himmel. Claudia Koschare sprach von einem Teilprojekt, das ab sofort von Naturfreunden und jungen Naturentdeckern erforscht werden kann.

Der Wandelweg auf den ehemaligen Niag-Gleisen „macht den Anfang für unser ganz großes Projekt. Der Wandelweg der Artenvielfalt führt von Turm zu Turm, vom Heimspielturm zur Kirche, vorbei an unserem Heimatmuseum, durch die Baumsiedlung bis zum Mühlenturm“, sagte Claudia Koschare über den Umfang.

Michael Sonfeld erinnerte an die Stationen des Projekts. Der ehemalige Mitarbeiter der RWE-Innogy-Westnetz engagiert sich seit vielen Jahren privat als „Turmtransformator“ und Turmretter. Das nicht mehr genutzte Trafohäuschen und der zugewachsene Schienenstrang waren Grundsteine dieser Erfolgsgeschichte. Sonfeld, der bereits über einen reichen Erfahrungsschatz verfügt, erwies sich als Motor mit hoher Drehzahl. Allein 40 Projekte gehen in den Kreisen Wesel und Kleve auf sein Konto. Für ihn ist der Trafoturm untrennbar mit Schaephuysen verbunden und zugleich Industrie historisches Zeugnis der ersten Energiewende.

„Vor gut 100 Jahren kam mit diesen Bauten Licht ins Dunkel auf dem Land“, so Sonfeld. Heute schweißt das schlanke Gebäude die Dorfgemeinschaft noch fester zusammen, denn Turmfreund Sonfeld sorgte mit den lokalen Akteuren für eine geordnete Nachnutzung. Zum einen hat sich der sanierte Trafoturm in seinem neuen, schicken Outfit zum absoluten Hingucker gemausert und übernimmt zugleich im Artenschutz neue Aufgaben. Im oberen Bereich sind spezielle Nisthilfen angebracht. Das sanierte Gebäude dient im unteren Bereich seinem Verein Heimspiel als Materiallager für das Festivalequipment, das für die Benefizkonzerte gebraucht wird.

In seinem Rückblick auf die verschiedenen Arbeitsschritte wurde schnell deutlich, dass Sonfeld als bundesweit aktiver Turmretter ein geschickter wie erfahrener Strippenzieher ist. Ihm gelang es, den Verband Artenschutz in Franken (AiF) als Projektentwickler ins Boot zu holen. Thomas Köhler zeigte sich spontan begeistert von der Idee, im niederrheinischen Schopes einen weiteren „Leuchtturm der Artenvielfalt“ entstehen zu lassen. Über ihn kam der Kontakt zur Postcode-Lotterie zustande. Sie unterstützte das Projekt großzügig. Niag und Gemeindeverwaltung zogen ebenfalls an einem Strang wie engagierte und tatkräftige Sponsoren.

Das ehemalige Gleisbett hat sich in einen schmucken Lehr- und Wandelpfad verwandelt. Er widmet sich der heimischen Tierwelt und bietet dieser, wie im ‚Reptildarium‘, zugleich Schutz. Stationen informieren über die Zauneidechse, die „Spezialisten der Nacht“ oder erzählen vom Leben und Wirken der Wildbienen. Häuslich wird es in den angebrachten Insektenhotels.

Bei der Eröffnung übernahmen 60 Kinder die Patenschaften für 60 gepflanzte Nährgehölze entlang der Gleise. Für den scheidenden Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen eine Erfolgsgeschichte und „ein Mosaikstein für die Weiterentwicklung und Sicherung unserer Zukunft.“