Neukirchen-Vluyn: Der völlig vergessene Briefkasten in der Dickschen Heide

Neukirchen-Vluyn : Der völlig vergessene Briefkasten in der Dickschen Heide

Ein toter Briefkasten gehört in jeden Spionageroman; nicht aber an die Dickschen Heide 33. Am 25. April bekam das Neubauviertel einen funkelnagelneuen Briefkasten der Deutschen Post AG. "Dafür kamen sogar zwei Herren in zwei Fahrzeugen heraus", erinnert sich Thomas Schulte, der dort als pensionierter Polizeibeamter seinen Alterssitz hat.

Danach passierte indes - nichts. Die von Schulte zur Kontrolle der Brieflaufzeit eingeworfenen Testbriefe wurden ebenso wenig abgeholt wie die Post an den darauffolgenden Tagen. Leerung - werktags 16.15 Uhr? Ein leeres Versprechen. Mit dem Füllgrad des Postkastens stieg der Zorn von Thomas Schulte. Denn von der Kundenhotline der Deutschen Post AG fühlte er sich bei seinen täglichen telefonischen Hinweisen überhaupt nicht ernst genommen. Mehr noch: Die Mitarbeiter der Servicehotline hätten wiederholt "keine Dringlichkeit" gesehen. Die Post habe schließlich eine Woche Zeit, um einen Brief innerhalb eines Ortes zu befördern. Über die Ignoranz der Hotline ist Schulte bis heute sauer, wie er sagt. Nach sechs Tagen, am 3. Mai, platzte ihm der Kragen.

In einem Brief an den Vorstand der Deutschen Post AG drohte er damit, die Post im mittlerweile randvollen Briefkasten sicherzustellen und der Polizei zu übergeben. Erst das brachte Schwung in die Angelegenheit. Kurz vor der öffentlichkeitswirksamen Aktion schickte die Post einen Fahrer vorbei, der den neuen Briefkasten zum ersten Mal leerte.

Zudem gab es eine Entschuldigung durch Post-Sprecher Rainer Ernzer: "Krankheitsbedingt wurde der Briefkasten Dicksche Heide nicht in die Abholer-Tour eingepflegt." Deshalb blieb der schöne neue Briefkasten tot. Solange, bis Thomas Schulte die letzte Mahnung schickte. Die Sache mit der Briefabholung funktioniert seither. Das Verhältnis zur Kundenhotline der Deutsche Post AG ist jedoch gestört.

(dne)
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