Neukirchen-Vluyn: Das Verkehrschaos bleibt zunächst aus

Neukirchen-Vluyn : Das Verkehrschaos bleibt zunächst aus

Die Neueröffnung des Edeka-Marktes in Neukirchen hat bislang zwar regen Kundenverkehr, aber keine ernsthaften Verkehrsprobleme verursacht. Manche Anlieger machen sich dennoch Sorgen über Entwicklungen in der Ortschaft.

Die Eröffnung des neuen Edeka-Marktes in Neukirchen war ein großes Ereignis. Viele Kunden kamen am ersten Wochenende, um sich im neuen Geschäft auf dem Grundstück zwischen der Alten Rathausstraße und der Mozartstraße umzusehen. Politik und Verwaltung hoffen, dass der neue Markt zur Belebung des Ortskerns beiträgt.

Die Befürchtung, dass wegen der neuen Kundenströme ein Verkehrschaos in Neukirchen ausbrechen könnte, hat sich bislang nicht bewahrheitet. Sollte dies passieren, so wären die Polizeibeamten im Gebäude an der Alten Rathausstraße so ziemlich die ersten, die es merken würden. Doch Andrea Margraf, Sprecherin der Kreis Weseler Polizei, erklärt: "Die Kollegen vor Ort teilen mit, dass es zwar einen regen Kundenverkehr gibt, aber bislang keine ernsthaften Probleme."

Das bestätigt auch Ulrich Schäfer, der Sprecher des Neukirchener Erziehungsvereins, hinter dessen Verwaltungsgebäude der neue Parkplatz sich erstreckt. "Ich habe von meinem Büro aus einen recht guten Überblick, und soweit ich sehe, ist die Situation entspannt."

Maria Engelke, Optikerin und Leiterin des Stadtmarketing-Arbeitskreises Neukirchen, hat nach zwei Wochen einen ähnlichen Eindruck. "Es läuft so reibungslos, wie ich es nicht erwartet habe", räumt sie ein. "Natürlich war in den ersten drei Tagen viel los, aber ich hatte mit weitaus mehr Verkehr gerechnet." Zu Ohren sei ihr allerdings auch gekommen, dass die Beschicker auf dem Wochenmarkt zurzeit keine Geschäfte machten. "Aber ich denke, das wird sich mit der Zeit einspielen."

Günter Zeller, Fraktionsvize der SPD, hat einige kritische Stimmen von Anwohnern gehört. "Uns sind Beschwerden über die Lkw zu Ohren gekommen, die über die Alte Rathausstraße auf den Parkplatz fahren", berichtet er. Auch sei er von Anwohnern dieser Straße angesprochen worden, wie es denn mit Parkmöglichkeiten für Anlieger auf den Stellplätzen des Platzes stehe? Die Rede sei von einer Schranke, welche die Parkplätze des Erziehungsvereins sperren würde.

Diese Sorgen kann Ulrich Schäfer den Bürgern schon einmal nehmen. "Es ist zwar eine Schranke geplant, aber nachts wird diese offen sein." Das heißt, Anlieger und ihre Besucher könnten dann dort ihre Fahrzeuge abstellen. "Allerdings tritt die Schranke dann zu den Bürozeiten, aber morgens sieben Uhr, wieder in Funktion", erläutert der Sprecher des Erziehungsvereins.

Die Verwaltung hatte vor geraumer Zeit eine Verkehrsplanung für den Ortskern vorgelegt. Für Günter Zeller gibt es noch einige Punkte, die darin beachtet werden müssten. "Das betrifft vor allem die Einmündungen der Mozartstraße und der Alten Rathausstraße in die Andreas-Bräm-Straße", erklärt er. "Wenn beispielsweise ein Fahrer von der Mozartstraße nach links auf die Bräm-Straße abbiegen möchte, dann ist das eine heikle Situation, weil er nicht weit genug in die Straße hineinschauen kann." Zeller ist daher der Meinung, dass an dieser Stelle der Verkehr auf der Andreas-Bräm-Straße abgebremst werden muss, damit es keine schweren Unfälle gibt.

Und noch ein Punkt: Auch wenn die Verkehrslage rund um den neuen Markt bislang unproblematisch sei, so drohe in absehbarer Zeit eine etwas angespanntere Lage, wenn die Kanäle in der Alten Rathausstraße saniert werden müssen. "Ich glaube nicht, dass man das ohne Sperrung machen kann", meint Zeller. Dann bleibt also den Kunden und Zulieferern für einige Zeit lediglich die Zufahrt über die Mozartstraße.

Noch andere Veränderungen im Ortskern, die mit dem Verkehr an sich nichts zu tun haben, beschäftigten die Bürger, so Zeller. "Zum Beispiel die Zukunft der alten Polizeiwache." Wenn die Beamten in ihr neues Domizil an der Niederrheinallee ziehen, dann wird das Gebäude verkauft und vermutlich abgerissen. "Ich bin von Bürgern angesprochen worden, die den Gedanken furchtbar finden, dass dann auch die Magnolienbäume verschwinden werden."

(s-g)