Neukirchen-Vluyn: "Das ungute Gefühl geht nicht weg"

Neukirchen-Vluyn: "Das ungute Gefühl geht nicht weg"

In einer Nacht im Juli wurde das Pony "Neelchen" in Niep von einem Unbekannten gequält und verletzt. Inzwischen geht es dem Tier wieder gut, weitere Übergriffe gab es nicht. Die Halter haben die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Als vor rund einem halben Jahr ein Unbekannter ein Pony in der Ortschaft Niep quälte und verletzte, löste das bei vielen Menschen Wut und Empörung aus. Die erfreuliche Nachricht: Dem Pony "Neelchen" geht es gut. Die weniger erfreuliche Nachricht: Von einem Ergreifen des Täters ist den Haltern des Tieres bislang nichts bekannt geworden.

Es war am Morgen des 2. Juli, als das Ehepaar Mürmann aus Niep entdeckte, dass jemand versucht hatte, ihren Schuppen aufzubrechen. Dann fiel ihnen ein Klebeband auf, an dem Ponyhaare hafteten, es befand sich neben der Box von "Neelchen". Schließlich entdeckten die bestürzten Besitzer Blutspuren am linken Hinterbein. Ein Tierarzt stellte dann bei einer nähere Untersuchung fest, dass jemand das weibliche Pony im Scheidenbereich verletzt hatte, offenbar durch das gewaltsame Einführen eines Gegenstandes. Mit dem Klebeband hatte der Täter offenbar den Pferdeschweif fixiert.

Seither ist auf dem Grundstück der Mürmanns zum Glück nichts mehr vorgefallen. Und das Pony habe, so weit man das feststellen könne, keine schweren Folgen davongetragen. "Ob Neelchen noch traumatisiert ist, kann ich nicht sagen", berichtet Andrea Mürmann. "Sie verhält sich aber so wie früher. Nur in den Tagen direkt nach dem Vorfall war sie noch recht schreckhaft." Von der Polizei und anderen Ermittlungsbehörde habe sie nichts über eine Ergreifung des Täters gehört, sagt Andrea Mürmann. Just zu der Zeit des Übergriffs auf ihr Pony war es auch am Oermter Berg und bei Kalkar zu Misshandlungen von Pferden gekommen. Schon hatten manche Tierhalter die Sorge, dass ein neuer "Pferderipper" sein Unwesen treibe, doch diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt.

Ganz ohne Spuren ist das Erlebnis vom Sommer an den Mürmanns allerdings nicht vorbei gegangen, das räumt die Halterin ein. "Wir haben für mehr Sicherheit gesorgt, unter anderem einen Bewegungsmelder installiert, der nicht abgeschaltet werden kann." Dennoch habe sie manchmal noch ein beklommenes Gefühl, wenn sie im Dunkeln zum Stall gehe. "Man hat diese Situation immer vor Augen", sinniert sie. "Dieses Gefühl geht nicht mehr weg." So gehe es ja auch Menschen, bei denen im Haus eingebrochen worden sei.

Wie der Stand der Ermittlungen in den genannten Fällen ist, dazu konnte Günter Neifer, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve, gestern keine konkreten Angaben machen. Allerdings hat es in den vergangenen Monaten keine offizielle Verlautbarung der Ermittlungsbehörden über die Ergreifung der Täter gegeben. Dabei hatten die Tierrechtsorganisation PETA und ein weiterer Tierschützer Belohnungen für wertvolle Hinweise versprochen, jeweils 1000 Euro. Eine Sprecherin von PETA hatte damals im Zusammenhang mit den Vorfällen am Niederrhein ein bundesweites behördliches Register gefordert, in dem Anschläge auf Pferde und überführte Tierquäler verzeichnet würden.

(s-g)