Das Land NRW förderte ein Kunstprojekt in Rheurdt: Frauen bemalten Sitzbänke.

Eine Rheurdter Frauengruppe bemalte Sitzmöbel : Bunte Sitzbänke dienen als verbindende Kunstobjekte

15 Bänke hat die Frauengruppe der Caritas gemeinschaftlich hergestellt. Die Sitzmöbel wurden auf Rheurdter Vorgärten verteilt.

Alle bunten Bänke sind unterschiedlich, die von Mitgliedern der Frauengruppe gestaltet wurden und in Rheurdter Vorgärten stehen. Eine ist zum Beispiel weiß, nur mit vielen schwarzen und wenigen bunten Punkten versehen, die Blüten andeuten. Eine andere ist grün und zeigt Blumen. Wiederum eine andere ist gelb und grün und mit roten Herzen verziert. „Blumen und Herzen sind besonders oft aus den Bänken zu finden“, sagt Lydie Benninghoven. „Sie stehen für ein glückliches Leben und Liebe.“

Als Mitarbeiterin des Caritasverbandes Geldern und Flüchtlingskoordinatorin der Gemeinde Rheurdt hatte sie zusammen mit Kunstpädagogin Adelheid Thillossen die Idee, mit den Mitgliedern der Frauengruppe, die sich jeden zweiten Montagmorgen im Haus Quademechels treffen, Bänke bunt zu gestalten. „Die Frauen konnten die Bänke gemeinsam anmalen“, erzählt Adelheid Thillosen. „Das fördert den Zusammenhalt in der Gruppe. Außerdem schaffen sie Kunstwerke, die im öffentlichen Raum oder in Vorgärten stehen. So können sie von den Straßen aus gesehen werden. Es sind verbindende Kunstwerke, die nicht in verschlossenen Räumen hängen.“

Das sah das Landesministerium für Familien und Flüchtlinge genauso. Über das Projekt „KOMM-AN NRW“ stellt es Mittel für die Frauengruppe bereit, in der die Mitglieder beim gemeinsamen Frühstück miteinander kommunizieren, um dann künstlerisch zu arbeiten, in der Adventszeit beispielsweise Holzscheiben farblich gestalten. „Die Kosten für Bänke, Acrylfarbe und anderes Material sind über das Land gedeckt“, sagt die Kunstpädagogin. Zudem konnte ihr Mann Theo Thillosen das Holz günstig als Bausatz erwerben. Er baute daraus die Sitzgelegenheiten, bevor die Frauen und ihre Kinder im Sommer 2017 zehn sowie im Sommer 2018 fünf davon farblich dekorierten.

„Wir haben draußen gearbeitet“, erzählt Adelheid Thillosen. „Da konnte schon einmal ein Pinsel auf den Boden fallen. Der war mit alten Bettlaken abgedeckt. An einem Tag haben wir zwei Bänke geschafft. Manchmal haben wir spontan gemalt, manchmal hatten die Frauen schon Motive im Kopf.“ Überwiegend arbeiteten die Frauen mit Pinseln. Zum Teil trugen sie die Farbe mit einem Schwamm auf. Oder sie setzten Punkte mit schwarzen und bunten Filzstiften.

„Die Bänke sind schön geworden“, findet Rima Maarri. Sie kam mit ihrem Mann Muhamed Maarii und drei Kindern im August 2015 nach Deutschland, um, wie ihr Mann, schnell Deutsch zu lernen, weil sie Teil ihrer neuen Heimat werden wollten. Dazu trugen die Treffen der Frauengruppe bei. „Eine Bank steht bei uns im Garten“, freut sich die Mitarbeiterin des AWO-Kindergartens an der Schulstraße, deren Mann ebenfalls in der neuen Heimat Fuß fasste. Er ist Fahrer auf der Schnellbuslinie SB 30 der Niag.

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