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Das ehemalige Restaurant "Achterath's" in Rayen ist zwangsversteigert

Nach Zwangsversteigerung : „Achterath’s“ soll wieder Restaurant werden

Ein Moerser Unternehmer hat bei der Zwangsversteigerung der ehemaligen Top-Gastronomie in Rayen den Zuschlag erhalten.

 Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen, aber träumen darf man. Aus dem ehemaligen „Achterath’s“ in Rayen wolle er am liebsten wieder ein Restaurant machen. Und zwar am liebsten mit dem Mann, der es zu einer Top-Adresse in der Region gemacht hatte, bevor er 2017 wegen einer Insolvenz aufgeben musste – Roger Achterath. Das sagte am Freitag ein Moerser Unternehmer im Moerser Amtsgericht, kurz nachdem er das historische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert samt Grundstück für 155.000 Euro ersteigert hatte.

Stadt und Sparkasse hatten die Zwangsversteigerung als Gläubiger betrieben. Bei ihnen hatte Achterath offenbar Schulden von insgesamt mehreren hunderttausend Euro. Ein Gutachter hatte das Restaurant, wie berichtet, für abrissreif befunden; den Verkehrswert setzte er bei 152.500 Euro an. Das Interesse an der Zwangversteigerung war groß. Es wurde eng im kleinen Saal 225 des Amtsgerichts. Rechtspflegerin Dagmar Priefert leitete die Versteigerung, die verhalten begann, dann aber Fahrt aufnahm und am Schluss in ein „Gefecht“ zwischen zwei Bietern mündete. Zu den Bietern zählte zum Beispiel der Vertreter einer Vermögensanlagen-Gesellschaft, aber auch Lutz Achterath, Bruder von Roger Achterath, der neben dem ehemaligen Restaurant eine Auto-Werkstatt betreibt.

Der Moerser, der am Ende den Zuschlag erhielt, sagte, er habe mehrere Unternehmen, dazu zählten auch Restaurants in Essen. „Ich würde ungern abreißen“, sagte er zu seinen Plänen mit dem ehemaligen „Achterath’s“. Ob sich sein Wunsch, das Restaurant neu zu beleben, erfüllen lässt, ist offen. Die Parkplatzsituation sei schwierig, sagte er. Sollte er doch abreißen, so würde er voraussichtlich Mehrfamilienhäuser oder Reihenhäuser auf dem Grundstück errichten, so der Moerser weiter. Den Aufwand für eine Kernsanierung hatte der Gutachter auf 710.000 Euro beziffert.

Roger Achterath erteilte „Visionen“, er könne in das Rayener Restaurant zurückkehren, am Freitag eine Absage. „Für mich ist das kein Thema“, sagte er. „Ich habe einen sehr guten Job und möchte kein Restaurant mehr.“ Achterath arbeitet bei der Frank Schwarz Gastro-Group, einem Catering-Unternehmen in Duisburg. Die gelungene Versteigerung empfand er als eine weiteren Schritt nach vorn. Das Kapitel „Achterath’s“ sei für ihn jetzt auch „praktisch“ vollendet: „Haken dran, fertig!“