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Das ehemalige Restaurant Achterath in Rayen kommt unter den Hammer

Neukichen-Vluyn : „Achterath’s“ kommt unter den Hammer

Das 2017 geschlossene Restaurant in Rayen soll zwangsversteigert werden. Vermutlich muss das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude abgerissen werden. Laut Gutachter ist es in einem desolaten Zustand.

Es war einst das Flaggschiff der Gastronomie in Neukirchen-Vluyn, bei Freunden guten Essens im weiten Umkreis bekannt. Doch seit November 2017 steht das ehemalige Restaurant „Achterath’s“ in Rayen leer. Roger Achterath musste damals Insolvenz anmelden. Jetzt soll das historische, gleichwohl nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude samt 1252 Quadratmeter Grundstück zwangsversteigert werden. Für den 13. März ist ein Termin am Amtsgericht Moers anberaumt. Ein Gutachter hält eine weitere Nutzung des Gebäudes für kaum möglich. Er hat es für abbruchreif erklärt.

Es habe durchaus Interessenten gegeben, die das Haus möglicherweise als Restaurant weiterführen wollten, sagte Roger Achterath am Montag. Die Gespräche seien allerdings unter anderem wegen einer schwierigen Parksituation gescheitert. Achterath ist nach eigenen Angaben nach wie vor Eigentümer des Hauses. „Der Insolvenzverwalter hat sie aus der Insolvenzmasse genommen. Sparkasse und Stadt betrieben nun als seine Gläubiger die Zwangsversteigerung“, sagte Achterath.

„Die Immobilie ist in einem desolaten Zustand“, lautet das Urteil des Gutachters über das ehemalige „Achterath’s“. Der Dachstuhl hänge durch, die Dacheindeckung sei schadhaft, die Wärmedämmung unzureichend, der Boden sei schief, es gebe feuchte Stellen und Schimmel – und dies sind nur einige Beispiele für Mängel. Eine Vermarktung und Nutzung sei schwierig bis unmöglich. Allerdings werde „jeder wirtschaftlich denkende, durchschnittlich handelnde Marktteilnehmer trotzdem die Variante ,Kernsanierung bis auf die Grundmauern‘ zur Absicherung der weiteren Variante ,Abriss mit Neubau‘ untersuchen“, heißt es in dem Gutachten. Den Gesamtwert taxiert der Gutachter auf 152.500 Euro, wovon noch eine Belastung in Höhe von 62.800 Euro abzuziehen sei. Eine Kernsanierung würde nach seinen Berechnungen 710.000 Euro kosten.

Roger Achterath im Jahr 2016. Er arbeitet jetzt beim Duisburger Catering-Unternehmer Frank Schwarz. Foto: Klaus Dieker

In Rayen wird derzeit an verschiedenen Stellen gebaut. Auch der Gutachter weist darauf hin, dass entlang der Geldernschen Straße unter anderem „einige repräsentative Wohnhäuser“ errichtet worden seien. An dem ehemaligen Restaurant sollen bereits Immobilienunternehmer gesichtet worden sein. „Ein Restaurant wird es dort auf keinen Fall mehr geben“, ist denn auch Lutz Achterrath, Bruder des Gastronoms, überzeugt. Lutz Achterrath betrieb bis vor einigen Monaten eine Tankstelle neben dem alten Restaurant. Eine Werkstatt hat er dort nach wie vor und wolle sie auch künftig behalten. Er selbst werde bei der Zwangsversteigerung nicht mitbieten. „Mein Interesse bei der Preisgestaltung ist gering.“

Roger Achterrath arbeitet inzwischen für den Duisburger Catering-Unternehmer Frank Schwarz. „Mir geht es gut“, sagte er. Den wahrscheinlichen Abriss des historischen „Familien-Sitzes“ in Rayen versucht er positiv zu sehen. „Ich hab mich dort sauwohl gefühlt. Aber ich schaue nach vorn, nicht zurück.“