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Neukirchen-Vluyn: Das 60 000. Glas Marmelade im Visier

Neukirchen-Vluyn : Das 60 000. Glas Marmelade im Visier

Der ehrenamtliche Bosnienbeauftragte Heribert Hölz, seine Frau Ursula und viele ehrenamtliche Helfer kochen derzeit wieder Marmeladen für den guten Zweck ein. Mit dem Verkaufserlös wird eine Suppenküche finanziert.

Die Marmeladenproduktion im Hause Hölz läuft wieder auf Hochtouren. In etwa zwei Wochen, so schätzt der ehrenamtliche Bosnienbeauftragte des Caritasverbandes Duisburg, wird das insgesamt 60 000. Glas des süßen Brotaufstrichs aus heimischer Produktion verpackt werden. Bisher haben Heribert Hölz, seine Frau Ursula und die vielen ehrenamtlichen Helfer in diesem Jahr schon rund 2600 Gläser mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gefüllt.

Seit vielen Jahren produziert das Ehepaar Hölz in der eigenen Küche Marmelade und Gelee in großem Stil, um sie anschließend zu verkaufen. Mit dem Erlös finanziert Heribert Hölz die Suppenküche im Bosnischen Zenica. Das Obst, das für die Marmeladen bestimmt ist, wird nicht etwa im Supermarkt gekauft, sondern überwiegend selbst gepflückt. "Die Ernte ist in diesem Jahr aber etwas schwieriger", sagt Heribert Hölz. Der Holunder beispielsweise trage nur wenig Früchte, viele der Beeren seien vertrocknet oder gar nicht erst herangereift. "Deshalb werden wir in diesem Jahr wohl auch nicht so viele Gläser Marmeladen produzieren wie in den vergangenen Jahren", sagt der Bosnienbeauftragte.

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Aber an die 3500 Gläser werden es schon werden, und die müssen dann in den nächsten Wochen verkauft werden. Schließlich benötigt Heribert Hölz 20 000 Euro im Jahr für den Betrieb der Suppenküche in Zenica. Der größte Teil des Geldes stammt aus dem Marmeladenverkauf. Die Suppenküche sorgt dafür, dass arme und kranke Menschen rund um Zenica täglich eine warme Mahlzeit bekommen.

Nebenbei bereitet Heribert Hölz auch seine nächste Fahrt nach Bosnien vor, die im Oktober ansteht. Dann will er nachsehen, was aus dem Geld geworden ist, das er bei seiner vergangenen Reise für die bosnischen Flutopfer zur Verfügung gestellt hatte, immerhin 60 000 Euro.

"Ich will mir ein Bild davon machen, wie das Geld verbraucht wurde. Das wollen schließlich auch die Spender wissen", sagt Hölz. Außerdem stehen Besuche bei den Patenfamilien an, die von deutschen Unterstützern regelmäßig monatlich einen Betrag zum Lebensunterhalt erhalten.

Und auch bei bosnischen Kleinbauern wird Hölz vorbeischauen, um sich einen Überblick über sein Schafprojekt zu verschaffen. Dieses Projekt setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Bosnische Kleinbauern erhalten eine kleine Schafherde und können sich so zum großen Teil selbst verpflegen. Der Schafnachwuchs wiederum wird zum Teil an andere Bauern weitergebeben. Für dieses Projekt möchte Hölz künftig auch die Schulen und Kindergärten gewinnen, die ihn bisher bei den Lebensmittelspenden unterstützt haben.

Da Hölz aus Altersgründen und dem fortgeschrittenen Alter seiner ehrenamtlichen Helfer keine Lkw-Transporte mehr organisiert, hofft er, dass ihn die Kindergärten und Schulen dennoch weiterhin unterstützen. Deshalb möchte er ihnen in den nächsten Monaten das Schafprojekt näherbringen. "Die Kinder könnten dem von ihnen finanzierten Schaf auch einen Namen geben", so Hölz.

(RP)