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Dach brennt: Gymnasium in Neukirchen-Vluyn evakuiert

Feuer in Neukirchen-Vluyn : Dach brennt: Gymnasium evakuiert

100 Schüler des Julius-Stursberg-Gymnasiums und ihre Lehrer brachten sich in Sicherheit. Niemand wurde verletzt. Die Feuerwehr rückte mit mehr als 50 Kräften und allen Löschzügen zum Einsatzort aus.

Am Vormittag heulte die Sirene in Neukirchen-Vluyn: Feueralarm. Mit über 50 Kräften ist am Donnerstag gegen elf Uhr die gesamte Feuerwehr Neukirchen-Vluyn mit ihren Löschzügen ausgerückt. Ihr Ziel: das nahegelegene Julius-Stursberg-Gymnasium. Unterstützt wurden die Löschzüge mit einer zweiten Drehleiter durch die Feuerwehr Moers. Gegen 11.30 Uhr konnte Wehrleiter Lutz Reimann melden, dass der Brand unter Kontrolle war. Gegen zwölf Uhr rückten alle Einsatzkräfte, Polizei und Rettungskräfte ab. Verletzt wurde niemand.

Nach Wochen besuchten am Donnerstag erstmals rund 100 Siebtklässler als einzige Jahrgangsstufe die Schule. „Wir hatten erst an einen Probealarm gedacht. Aber als wir den Rauch gesehen haben, wussten wir, es ist Ernst. Mit unserer Fachlehrerin Frau Bohn haben wir ohne Hektik die Schule verlassen“, erzählen Alexandra (13), Carla (12) und Kristin (13). Der Sportplatz war einer der Sammeltreffpunkt für die Jugendliche wie auch das Lehrerkollegium.

Die riesige Erleichterung war Schulleiterin Susanne Marten-Cleef anzumerken. „Ein Kollege hatte die Flammen auf dem Dach gesehen und sofort Meldung gemacht“, erzählte sie. „Wir sind glimpflich davongekommen. Die Siebtklässler haben sich umgehend ins Freie begeben. Die Schülerinnen und Schüler der Q1 hatten ihre Klausuren schon geschrieben und waren nicht mehr im Gebäude“, so ihre Bilanz. „Unsere vielen Übungen zum Brandschutz und für den Ernstfall haben sich ausgezahlt.“

Umgehend wurde nach Bekanntwerden des Feuers der Notfallplan im Rathaus aktiviert. Bürgermeister Lenßen sowie die zuständigen Amtsleiter machten sich auf den Weg zum Einsatzort. „Für uns alle ein riesiger Schock, denn wir wussten nicht, was uns erwartet. Wir waren in großer Sorge“, so Ordnungsamtsleiter Roberto Sonfeld, der das perfekte Zusammenspiel und das besonnene Verhalten aller vor Ort lobte. Erleichterung auch bei Jessica Lohöfer, Einsatzleiterin der Polizei. „Als wir ankamen, war alles bereits gelaufen und das Gebäude evakuiert. Ein Beispiel dafür, dass Übungen zum Brandschutz sehr hilfreich sind.“

„Wichtig ist, dass keiner verletzt wurde“, so Reimann am Einsatzort. Vorbildlich seien die Evakuierungsmaßnahmen innerhalb der Schule angelaufen. „Unser Glück ist auch, dass wir an einem Werktag so viele unserer Leute am Einsatzort hatten.“ Verursacht wurde der Brand durch Dacharbeiten. Dabei wurde die Dachhaut aufgenommen, um einen Gulli für Regenwasser einzubauen. „Zum Schluss wurde die Dachpappe verschweißt. Dabei hat sich das Feuer entzündet“, so Reimann. Das schnelle Reagieren der Dachdecker, mit Feuerlöschern das Feuer zu bekämpfen, hatte Schlimmeres verhindert.

Die Feuerwehrleute nahmen rund zwei Quadratmeter Dachfläche auf, löschten die Glutnester und kühlten das Dach. Zwei Wärmebildkameras kamen im Anschluss zum Einsatz, um die Gefahr eines möglichen Schwelbrandes zu bannen. Reimann: „Der Einsatz erfolgte bei normalen Temperaturen, vor allem war es nicht windig. Das hätte das Feuer erneut entfachen können.“

Das JSG steht nach Jahren des Umbaus und der Erweiterung kurz vor der Vollendung. Die Abi-Klausuren finden wie geplant statt, wie auch der angekündigte Unterricht für die jeweiligen Klassen.