Burgerpark und Feuerwehr: Bürgerprotest im Rheurdter Ratssaal.

Burgerpark und Feuerwehr : Bürgerprotest im Rheurdter Ratssaal

20 Mitglieder hat der Rheurdter Rat. 80 Bürger kamen zur Ratssitzung. Die Streitthemen Feuerwehrgerätehaus und Bürgerpark mobilisieren.

Knapp 80 Bürger kamen am Montagabend in den Ratssaal – zum Teil mit Protestplakaten. Die Stühle reichten nicht, viele Zuhörer mussten stehen. Vertreten waren die Bürgerinitiative „Hände weg vom Burgerpark“, Feuerwehrleute und Nachbarn des Grundstücks Hochend 44.

Feuerwehrgerätehaus Das neue Feuerwehrgerätehaus für 2,15 Millionen Euro (inklusive Abriss des alten Gebäudes und Herrichtung des Marktplatzes) sorgte für hitzige Wortgefechte. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Fronhoffs kündigte Rechtsmittel gegen die Ratsbeschlüsse an. Die SPD nahm an den Abstimmungen nicht teil. Der Gemeindeentwicklungsausschuss habe ein Moratorium beschlossen. Solange am Brandschutzbedarfsplan gearbeitet werde, soll weder über das neue Gerätehaus noch über den Burgerpark gesprochen werden. Deshalb seien die Punkte zur Feuerwehr aus der Sicht der SPD zu Unrecht auf der Tagesordnung.

In einer persönlichen Erklärung führte Fronhoffs aus, dass die SPD für einen Standort Marktplatz sei, die aktuelle Planung aber überdimensioniert sei. Man bedauere den Rücktritt der Feuerwehrspitze, habe aber den Auftritt in Uniform und kompletter Mannschaftsstärke im Dezember als Druck empfunden. Es fiel das Wort „undemokratisch“ – was von den Feuerwehrleuten im Saal mit einem Raunen quittiert wurde.

Unterstützung bekam Fronhoffs vom Grünen-Fraktionsvorsitzenden Frank Hoffmann. Der nannte einen Gemeinschaftsstandort für Schaephuysen und Rheurdt in Höhe des Zentralfriedhofs den „vermutlich klügeren Beschluss“. CDU-Fraktionschef Hans-Rainer Tabke betonte erneut, dass die Christdemokraten voll hinter der Feuerwehr stünden und das neue Gerätehaus nicht für zu groß hielten. Die CDU stimmte zusammen mit Karl-Peter Hauser von der FDP für eine weitere Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses und für die zugehörige Änderung des Bebauungsplans.

Burgerpark „Was sagt denn die Verwaltung zu den vielen Argumenten zum Erhalt des Burgerparks?“ Das wollten die Bürger wissen. Sie haben eine Online-Petition gestartet, der sich mittlerweile mehr als 330 Unterstützer angeschlossen haben (Stand Dienstag, 15 Uhr). Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen begrüßte das Engagement der Bürger – verwies sie aber auf einen Informationsabend am Mittwoch, 5. Juni 19 Uhr im Forum der Martinus Grundschule. Dort werde er erstmals die Sicht der Verwaltung auf die Umgestaltung des Burgerparks präsentieren, sagte Kleinenkuhnen.

Bislang sei ihm die sachliche Information verwehrt gewesen, weil SPD, Grüne und FDP im Gemeindeentwicklungsausschuss ein Moratorium beschlossen und die Punkte von der Tagesordnung abgesetzt hätten. Mit Verwunderung habe er zur Kenntnis genommen, dass die Grünen in einer öffentlichen Veranstaltung informiert hätten.

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