Neukirchen-Vluyn: Bürger dürfen öffentliches Grün pflegen

Neukirchen-Vluyn : Bürger dürfen öffentliches Grün pflegen

Die Politik hat den Weg für Anwohner, die städtische Beete vor ihrer Tür unterhalten möchten, nun frei gemacht.

Viele Deutsche lieben die Gartenarbeit, und manche möchten nicht nur auf dem eigenen Grundstück Pflanzen pflegen, sondern auch im öffentlichen Grün. Die CDU-Fraktion im Neukirchen-Vluyner Rat hatte daher bereits im Februar 2015 einen Antrag gestellt, interessierten Bürgern zu ermöglichen, kostenlos das sogenannte Straßenbegleitgrün versorgen zu dürfen. Das hat der Bau-, Grünflächen- und Umweltausschuss nun gebilligt.

Markus Nacke, der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, stellt klar, dass diese Möglichkeit, das Grün vor der Haustüre zu pflegen, kein Versuch sei, öffentliche Aufgaben auf Bürger abzuwälzen. Vielmehr hätten Einwohner selber vorgeschlagen, Beete oder andere Grünflächen vor der eigenen Haustüre zu verschönern. Darin drücke sich auch keine Kritik an der Grünpflege durch den Baubetriebshof der Stadt aus, ist Nacke sicher. "Allerdings stelle sich die Frage nach der rechtlichen Situation", erläutert er. "Denn der Vorgang könnte als ,Eingriff in den öffentlichen Raum' betrachtet werden." Diese bürokratischen Hemmnisse sind nun beseitigt, und die Stadtverwaltung hat auf ihrer Internetseite bereits einen Aufruf an Anwohner veröffentlicht, die gern Pflegearbeiten im öffentlichen Bereich in ihrem direkten Umfeld leisten möchten. "Hierbei geht es um die Pflege von Pflanz- und Strauchflächen durch das Entfernen von Unkraut, Laub und Abfall sowie das Wässern der Pflanzen bei Trockenheit und das Zurückschneiden des Grüns", heißt es in dem Text. Einige Bereiche der Grünpflege sind allerdings ausgenommen. So werden Bäume weiterhin durch den städtischen Baubetriebshof unterhalten, nicht zuletzt deshalb, weil Nicht-Fachleute durch falsche Schnitt- und Pflegemaßnahmen die Bäume beschädigen können.

Ganz neu ist die Idee der Helfer mit dem grünen Daumen nicht. Wie es in der Beschlussvorlage des Bauausschusses zu lesen ist, gab es vor zwei Jahren "ein ähnliches Projekt". Aufgrund des hohen Verwaltungsaufwandes und weil viele Pflanzenfreunde mit der Zeit das Interesse an ihrer Aufgabe verloren, sei das Projekt jedoch eingestellt worden. Auch die Erfahrungen bei anderen Aktionen - so bei den Blumenampeln in Neukirchen oder Hochbeeten am Vluyner Platz (im alten Zustand) sei durchwachsen gewesen.

Bislang hat der Aufruf der Verwaltung auch wenig Resonanz bekommen. Genauer gesagt: überhaupt keine. "Bislang gibt es null Rückmeldungen", sagt Stadtsprecher Frank Grusen.

Falls sich doch noch eine Schar von Helfern findet, rechnet die Verwaltung dennoch nicht mit positiven Folgen für den städtischen Haushalt, so die Beschlussvorlage. Auch einen Einfluss auf das Personal wird nicht erwartet, allerdings könnten die Mitarbeiter, deren Pensum in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sei, hier und da entlastet werden.

Wer Interesse daran hat, sich an der Pflege von Grünflächen zu beteiligen, wird gebeten, sich mit dem Tiefbau- und Grünflächenamt der Stadt Neukirchen-Vluyn, Telefon 02845 - 391 144, in Verbindung zu setzen. Die Stadt Neukirchen-Vluyn wird die eingehenden Anmeldungen auswerten und daraufhin Kontakt zu allen Helfern aufnehmen.

(s-g)