Neukirchen-Vluyn: Bombendrohung: Bankgebäude geräumt

Neukirchen-Vluyn: Bombendrohung: Bankgebäude geräumt

20 Personen mussten das Haus im Vluyner Ortskern verlassen, weil schriftlich mit Sprengstoff gedroht wurde. Bei der Durchsuchung mit Hilfe von Spürhunden wurde jedoch nichts gefunden. Gegen 10.45 Uhr war der Einsatz beendet.

Verwundert stellten Besucher des Wochenmarktes gestern fest, dass quer über den Vluyner Platz Flatterband gespannt war. Jenseits davon waren einige Marktstände von den Beschickern verlassen worden. Rund um das Gebäude der Sparkasse hatten Polizisten einen Teil des Ortskerns abgesperrt und geräumt, und manche der Marktleute mussten ebenfalls den Bereich verlassen.

Foto: Christoph Reichwein

Im Inneren des Baus schnüffelten Spürhunde in den Räumen nach Sprengstoff. Eine Bombendrohung war am Morgen entdeckt worden - "in schriftlicher Form", wie die Polizei mitteilte, die mit zwei Sprechern gestern vor Ort war. Gegen 8.30 Uhr seien die Beamten informiert worden, sagte Björn Haubrok, einer der beiden Sprecher. "In dem Haus befanden sich rund 20 Personen, wir haben das Gebäude geräumt." Die Belegschaft der Sparkassenfiliale - 13 Personen - und die Bewohner der über der Bank gelegenen Wohnungen warteten im nahen Kulturcafé auf das Ergebnis der Überprüfung. "Wir setzen zwei Spürhunde ein, die sich abwechseln, weil so ein Einsatz die Tiere ziemlich beansprucht", erklärte Haubrok.

Von der Straßenseite gegenüber hielt auch Bernd Zibell, Vorstand der Sparkasse am Niederrhein, das Gebäude im Blick. "Einen solchen Fall hatten wir noch nie", räumte er ein. Gegen 10.45 Uhr war die Überprüfung dann abgeschlossen. Das Ergebnis: Kein Sprengstoff war im Gebäude gefunden worden. Die Sparkassen-Filiale wurde wieder geöffnet. "Ich kann sagen, dass wir ein gut funktionierenden Krisenstab haben", sagte Sparkassen-Sprecher Holger Schmitz. Mehrere Kolleginnen und Kollegen seien für den Fall der Fälle geschult worden. Dieses Know-how sei der Belegschaft beispielsweise in den Jahren 2006/07 zugute gekommen, als mehrfach Geldautomaten der Sparkasse am Niederrhein gesprengt worden waren. Nur wenige Schritte von der Vluyner Filiale entfernt befindet sich die Geschäftsstelle der Volksbank, wo erst im Juli 2017 der Geldautomat im Foyer von Räubern zur Explosion gebracht wurde.

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Das Thema Sprengstoff scheint die Vluyner derzeit zu verfolgen: In einer Garage an der Weddingenstraße hatte die Polizei im Mai vergangenen Jahres Chemikalien entdeckt, die zum Bau einer Bombe hätten verwendet werden können. In diesem Zusammenhang steht am Montag ein 28-jähriger Türke aus Kamp-Lintfort vor Gericht, der diese Stoffe dort gelagert haben soll. Ob der aktuelle Fall mit dem Prozessbeginn zu tun hat, dazu äußerte sich die Polizei gestern zurückhaltend. "Es ist zu früh, um schon jetzt einen Zusammenhang herzustellen", meinte ein Polizeisprecher.

Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenaussagen unter Telefon 02845 30920.

(RP)