Bombastischer Blues- und Boogie-Abend mit Steve "Big Man" Clayton in Neukirchen-Vluyn

Konzert in Neukirchen-Vluyn : Ein bombastischer Blues- und Boogie-Abend

Steve „Big Man“ Clayton zeigte sich in der Tanzschule Beckers als großer Musiker und Unterhalter. Das Publikum war begeistert.

Boogie, Blues und Rock’n’Roll. Es gibt nur wenige Musiker, die alle diese drei Musikrichtungen so virtuos beherrschen wie Steve „Big Man“ Clayton. Zum zweiten Mal war er jetzt in der Neukirchen-Vluyner Tanzschule Beckers Gast. Eingeladen hatte den in Birmingham geborenen und jetzt in Lüchow lebenden dreifachen Gewinner des British Blues Awards Musikkultur NRW, eine von dem Neukirchen-Vluyner Thorsten Rogsch und dem Mettmanner Benjamin Pieper gegründete Veranstaltungsinitiative. „Unser Ziel ist es, die musikalische Kunst und Kultur in unserer Region zu fördern, Musiker zu vernetzen und Konzerte zu organisieren“, stellte Thorsten Rogsch  die Initiative in einer kurzen Begrüßungdsrede vor, bevor Steve Clayton dann für die nächsten zweieinhalb Stunden die musikalische Gestaltung des Abends übernahm.

„Heute habe ich Ihnen überwiegend Rock’n’Roll mitgebracht“, kündigte er mit einem kleinen Lächeln an. „Aber ich kann auch ein paar Blues spielen, wenn Sie wollen.“ Alle nickten. „So mag ich das.“ Diesmal grinste er breit. Dann legte er los. Zunächst mit dem Fats-Domino-Hit „Ain‘t that a Shame“, gefolgt von Bill Haleys „Shake, rattle and roll“. Spätestens hier wippten die meisten Besucher schon mit den Füßen. Bei dem nächsten Song „Honky Tonk Train Blues“ des berühmtem britischen Keyboarders Keith Emerson ließ er sie dann zusätzlich noch wie eine Dampflokomotive zischen, hupen und stampfen. Dazwischen genoss er immer wieder einen kräftigen Schluck Bier und trocknete sich mit einem blau-weiß gestreiften Handtuch den Schweiß von der Stirn. Was auch nötig war, vor allem bei den rasanten Boogie-Woogie-Nummern, die er an diesem Abend natürlich ebenfalls zum Besten gab.

Aber auch bei den anderen Songs, sogar dem eher gefühlvollen „I can’t stop loving You“ von Ray Charles, zeigte er vollen Körpereinsatz an den Tasten und sang mit so viel demonstrativer Hingabe, dass es den Zuhörern ganz warm ums Herz wurde. Sein Glanzstück zeigte er fast zum Schluss. Da spielte er mit dem jungen Moerser Pianisten Markus Schramm zusammen mal von rechts, mal von links und sogar hinter seinem Rücken einen vierhändigen Boogie und holte damit das Publikum regelrecht von den Stühlen.

„So, und jetzt noch etwas ganz anderes“ kündigte Clayton zum Schluss an und intonierte den heißen Rock’n’Roll-Hit „Shake, Baby, shake“ von Champion Jack Dupree als bombastisches Klassikstück, wobei er zum Spielen sogar die Hacke seines rechten Fußes einsetzte. Ein toller Abend, für den sich das Publikum am Ende mit einem riesigen Applaus bei „Big Man“ Clayton bedankte.

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