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Biobäcker Schomaker sucht Auszubildende

Biobäckerei sucht Azubis : Mit einem Lächeln zum Azubi

„Bewirb‘ Dich mit Deinem Lächeln“, so lautet der Slogan von Andreas Schomaker. Der Biobäcker sucht acht junge Menschen, sechs für die Ausbildung in der Biobäckerei, zwei für die Biokonditorei.

  Corona hat ihm maßgeblich ins Handwerk gepfuscht. „Ich hatte bereits Praktikanten im Betrieb und andere auf der Warteliste. Das haben wir alles abgesagt“, sagt Biobäcker Andreas Schomaker.

Eine weitere Bewerbungskampagne mit besonderen Highlights sollte Ende Juni auf dem Gewerbeparkfest starten. Abgesagt, wie alle Großveranstaltungen. Schomaker sieht ein weiteres zeitliches Problem. „Im August beginnen offiziell die Ausbildungen. Ein verspäteter Start ist noch im Januar möglich.“ Auch der Bereich der Prüfungen ist betroffen. Die Zwischenprüfungen entfielen, die Endprüfungen der Azubis im dritten Jahr sind verlegt. „Wir hatten eine flexible Handhabung von Seiten der Handwerkskammer gehofft. Wir sind direkt betroffen“, so der Biobäcker.

Gleichzeitig hat die Corona-Krise gezeigt, dass das Bäckerhandwerk als regionaler Grundversorger „systemrelevant“ ist und aufgrund der Nachfrage durchgehend produzierte. So gesehen, positive Signale für das Bioprodukt, das Lebensphilosophie gepaart mit gesunder Ernährung vermittelt. Knackpunkt im Bäckereihandwerk sei der fehlende Nachwuchs.

„Gerade die Biobäckerei hat richtig Zukunft. In der Corona-Krise vertrauen noch viel mehr Menschen als sonst auf unsere gesunden Biobackwaren. Das hat hohe Zuwachsraten beschert. Unser Bedarf an Nachwuchskräften für die Biobäckerei und Biokonditorei ist nach wie vor hoch. Wir bieten sichere Arbeitsplätze. Uns fehlt der Nachwuchs. Wir erleben schwierige Zeiten“, so Schomaker.

Andere Branchen im Handwerk haben aufgrund von Corona und betrieblichem Krisenmodus bereits abgeschlossene Ausbildungsverträge wieder gekündigt und bilden nicht aus. Um Absolventen, die Interesse am Handwerk der boomenden Biobäckerei entgegen zu kommen, setzt Schomaker nun auf unkonventionelle Bewerbungsmethoden. „Das Schreiben von aufwändigen Bewerbungen bleibt oftmals eine Hürde. Wir haben erlebt, dass viel Leidenschaft für den Beruf im Verborgenen liegt, die wir aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht vermutet hätten, wohl aber in der Praxis sahen“, so der Biobäcker.

Der Bäckerinnungsverband Westfalen-Lippe und der Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks gehen daher einen neuen Weg, von dem sich Schomaker viel erhofft und der für die Handy geübte Jugend unproblematisch sein dürfte. „Interessierte hinterlassen einfach nur ihre Kontaktdaten bei uns, am besten noch mit einem netten Schnappschuss. Das Handyfoto genügt“, so sein Sohn Till, der ebenfalls im Betrieb arbeitet. „Wir melden uns und laden zum Erstgespräch ein. Lebenslauf und Zeugnisse können immer noch nachgereicht werden. Als besonders einfachen Kontaktweg bieten wir WhatsApp an, aber auch eine Kurzbewerbung in Form einer Postkarte oder per E-Mail.“

Dass das Bäckerhandwerk bei vielen Jugendlichen mit Klischees belegt, erleben Vater und Sohn immer wieder. Wenig Verdienst und frühes Aufstehen werden dabei genannt. Andreas Schomaker widerspricht. „Im ersten Ausbildungsjahr gibt es laut Liste 615 Euro und staffelt sich bis 820 Euro. Wir legen im ersten Jahr 50, dann 100, danach 150 Euro drauf.“

Das Jugendschutzgesetz schreibt die Arbeitszeiten fest. „Außerdem bieten wir zusätzliche Ausbildungsmodule in Frankreich und der Schweiz“, so Schomaker, der auf einen weiteren Trend aufmerksam macht, nämlich die Reiselust der Jugendlichen. Er ist trotz Regionalität weltweit in der Bioszene vernetzt.

In Japan gibt es bei seinem jungen Biobäckerkollegen sogar das hauseigene Schwarzbrot aus Neukirchen. „Wer eine Ausbildung im Bäckerhandwerk, insbesondere in der Bio-Sparte hat, kann überall bei work-and-travel sein Geld verdienen.“

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