Neukirchen-Vluyn: Bernd Stelter tingelt durch sein Liederleben

Neukirchen-Vluyn: Bernd Stelter tingelt durch sein Liederleben

"Ich hab' drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär", mit diesem witzigen Song hat Bernd Stelter 2001 vielen knuffigen Männern ein sympathisches Denkmal gesetzt, aber er ist auch sonst ein fleißiger Liedermacher. Das konnten die Besucher in der ausverkauften Kulturhalle erleben. Gut zwei Stunden lang präsentierte der in Bornheim lebende Kabarettist dort die Premiere seines neuesten Bühnenprogramms "Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten".

Wie der Titel schon vermuten ließ, handelte es sich um ein überwiegend aus Liedern bestehendes Programm, das in diesem Fall nur mit einigen wenigen, meist einleitenden, witzigen Wortbeiträgen angereichert war. Wie seine vorherigen Songs hatte er auch diese allesamt selbst geschrieben und komponiert. Mit dem bekannten "dreihaarigen Bären" und seinem ersten, im Alter von 15 Jahren geschriebenen Song über die erwachende Liebe zum anderen Geschlecht ging es los: "Damit haben sie das Schlimmste schon hinter sich", lächelte er verschmitzt. "Alle anderen Songs sind neu." Das stimmte, aber auch in ihnen ging es oft um die Liebe, wenn auch eher um die etwas "reifere" Variante. Inzwischen Mitte 50, standen an diesem Abend seine Kinder ("Guten Morgen kleiner Mann"), seine Freude an gutem Wein ("Ein fruchtiger Riesling macht einen Herrn aus jedem Fiesling"), und ganz oft die langjährige Liebe zu seiner Frau im Mittelpunkt. Natürlich wäre Stelter nicht Stelter, wenn er zwischendurch nicht auch sich selber und seine jetzigen Altersgenossen mit bissiger Selbstironie aufs Korn genommen hätte. So zum Beispiel den rockenden Opa mit eigenem Tournee-Zivi oder den flotten 50er mit Waschbrettbauch, der morgens joggt und abends Harley fährt. "Nächstes Mal", kündigte er nach einem begeisterten Abschlussapplaus an, "nächstes Mal gibt es wieder ein Wortkabarett." "Auch in Neukirchen-Vluyn?", wollte ein Besucher wissen. "Ja., versprochen."

(lang)