Neukirchen-Vluyn: Beim Hip-Hop den eigenen Stil finden

Neukirchen-Vluyn: Beim Hip-Hop den eigenen Stil finden

Die Viertklässler der Pestalozzi-Schule proben in einer Projektwoche verschiedene Möglichkeiten, sich zur Musik zu bewegen. Am Freitag sind zur Präsentation die Familien und Freunde der Kinder an die Vluyner Schule eingeladen.

Tanzlehrer Murat Alpaslan legt vor. "Schritt und Spannung. Hand überlegen, Sprung, und jetzt dreht euch", so die Ansage. Die Jungen haben sich in der Turnhalle am Waldmannsweg gut verteilt und mit Dehnübungen bereits aufgewärmt. Was so einfach aussieht, ist für die Mädchen und Jungen der vierten Jahrgangsstufe der Vluyner Pestalozzi-Schule richtig Arbeit. Manche tragen dazu Käppi, wie in der Tanzszene angesagt. Die Schrittfolgen sollen stimmen, vor allem bei der Beinarbeit kommt es auf das passgenaue Setzen der Füße an, sonst ist der Bodenkontakt programmiert.

Tanzkollegin Sabrina Siegel, die die Mädchen trainiert, ist zuversichtlich. "Die Kinder können die Tanzschritte schnell umsetzen, weil sie einfach unbekümmert beim Tanzen sind", sagt die 37-jährige Tanzpädagogin. Synchron auf dem Punkt sein, damit auch vor Publikum das Gesamtbild stimmt, gehört zu den Zielen. Gemeinsam wurden angesagte Songs ausgewählt, auf deren Rhythmus Choreographien im Hip-Hop oder Videoclip-Dancing passen.

Jeden Tag trainieren die drei vierten Klassen rund anderthalb Stunde, um mit ihren "Moves" fit für die "Performance" am Freitag zu sein. Aufregung ist nicht spürbar. Im Gegenteil. "Ich finde unsere Projektwoche richtig cool", erklärt Pia Kölscheidt (9). Erste Erfahrungen hat sie bereits beim Zumba gesammelt. Und eine Tanzvorführung vor Publikum ist auch kein Problem. Eben richtig cool für alle, wie sie meint.

  • Nettetal : Eltern und Lehrer proben Kunststücke für Projektwoche

Murat Alpaslan ist als Tanzlehrer mit Workshops in ganz NRW unterwegs. Er vertritt die "Hip-Hop New School" und macht beim Training in der Turnhalle Unterschiede zu anderen Tanzstilen deutlich. In seiner Karriere als Solotänzer hat er bereits verschiedene Preise bekommen. Anders das Training verschiedener Tanzstile bei den Mädchen bei Sabrina Siegel. Dancehall, Oriental Hip-Hop und Ladystyle sind ihr Ding. Reich ist ihr Erfahrungsschatz in der tänzerischen Gestaltung von Workshops. Nicht nur Freude an der Bewegung zu angesagten Songs, Körpererfahrung, Koordination der Abläufe und das Brennen der Grundschulkinder für eine gemeinsame Sache ist den Workshopleitern und Tanzpädagogen wichtig. Gemeinschaftsgefühl, Erwerb weiterer sozialer Kompetenzen und das Teilen von Erfolgsmomenten zählen sie dazu. "Tanzen ist mehr als nur Sport. Tanzen verbindet und kennt keinerlei Hindernisse, keine Gegensätze und keine kulturellen Unterschiede", so Murat.

Für die Schulleitung war der kulturelle Blickwinkel entscheidend, das Tanzprojekt für die vierten Klassen auf die Beine zu stellen. "Respekt haben vor der Leistung anderer, egal, welcher Nationalität", beschreibt Lehrerin Christa Mertensmeier den pädagogischen Ansatz der Grundschule, die mit verschiedensten Projekten Kinder fit für die weiterführenden Schulen macht. Am Freitag um 10.15 Uhr werden die Viertklässler dem Publikum eine gemeinsame Choreographie zeigen. Jungen und Mädchen zeigen dann jeweils separat einen Tanz. Sabrina Siegel: "Rund 20 Minuten werden in der Turnhalle die Auftritte pro Klasse dauern." Gesponsert wurde die Projektwoche durch den örtlichen Lions Club Fliunnia.

(sabi)