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Bauprojekt Sittermannstra0e in Neukirchen-Vluyn: Zufahrt als Nadelöhr?

Bauprojekt Sittermannstra0e in Neukirchen-Vluyn : Zufahrt zur Großbaustelle wird Nadelöhr

Das Entwicklungsgebiet Sittermannstraße auf dem Sportplatzareal war Thema der jüngsten Bürgerbeteiligung im übervollen Ratssaal.

Hier beim TuS Preußen haben mehreren Generationen das Kicken gelernt. Nun soll dort ein Wohnviertel entstehen Knapp zwei Stunden wurden Bedenken ausgetauscht, Kritik geäußert begleitet von spontanem Applaus. Von Blauäugigkeit, Schönrederei, mangelndem ganzheitlichem Denken wurde gesprochen, verantwortliches wie sinnvolles Planen gefordert.

Nachdrücklich wies Rolf Heber (SPD), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses darauf hin, dass es sich zunächst um das Bauleitverfahren handle. Erst in einem nächsten Schritt, nach Anhörung der Bürger, gehe es an eine konkretere Planerarbeitung. Birgit Schnadt vom Haaner Planungsbüro ISR stellte Pläne vor, wie das rund vier Hektar große Areal als kleinteiliges Wohngebiet mit etwa 80 Wohneinheiten in zwei- bis dreigeschossiger Bauweise mit Grün- und Wegekonzept entwickelt werden könnte. Bedarf sei gegeben. „Überwiegend ist an eine zweigeschossige Bauweise gedacht“, sagte dazu Birgit Schnadt. Entsprechende Gutachten wie Schallschutz- und Verkehrsgutachten, Bodengutachten und Artenschutzgutachten liegen vor oder sind in Bearbeitung. Schon jetzt gebe es Anfragen von Häuslebauern.

Nicht so sehr die Entwicklung des Baugebietes über den Investor Ulrich Welke interessierte die anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Vielmehr sorgte der zukünftige Baustellenverkehr, der über die Sittermannstraße bei Straßenbreiten zwischen 5,50 und 4,50 laufen würde, für helle Aufregung. Eine geregelte wie sichere Baustellenzufahrt gibt es aufgrund der Straßenführung nämlich nicht. Schon jetzt sei die Sittermannstraße verkehrstechnisch „am Limit“, so die Anwohner. Bereits mit Schulbeginn an der Antoniusschule und paralleler Öffnung des Antoniuskindergartens herrsche Verkehrschaos, wenn Eltern ihre Kinder zu den Einrichtungen bringen. Eine Situation, die sich bei Abholung wiederhole. Hinzu komme der Busverkehr. Die Parkplatzsituation für Anwohner sei ebenfalls schwierig. Dass mit Beginn einer Bebauung Parkplätze entfallen sollen, verschlimmere die Situation. Überlegungen, eine Anbindung über den Plankendicksweg entlang des Lineg-Kendels zum Baustellengebiet, dürfte ebenfalls scheitern. Anwohner merkten an, dass schon jetzt Müllfahrzeuge Probleme haben, an parkenden Autos vorbeizukommen. Die Lineg will das offiziell deklarierte „Überschwemmungsgebiet“ nicht antasten.

Ähnliche Beiträge kamen von mehreren Anwohnern des Terniepenwegs, die die derzeitige Verkehrsregelung in Höhe der Vluyner Stuben kritisierten. Ein Baustellenverkehr verschlimmere die Situation. Eine Kreisverkehrsregelung war unlängst im zuständigen Fachausschuss, wegen mangelnder Fläche, abgelehnt worden. Heber: „Ein Bebauungsplan regelt keinen Verkehr. Wir müssen den Gesamtbereich betrachten.“ Dazu Dezernent Ulrich Geilmann: „Wir wissen sehr genau, wo die Probleme sitzen.“