Baupanne in Neukirchen-Vluyn: Wasserschaden in neuer Feuerwache.

Baupanne in Neukirchen-Vluyn : Wasserschaden in neuer Feuerwache

Es schimmelte schon: Umkleiden und Duschen des Neukirchener Gerätehauses nach Handwerks-Panne nicht nutzbar.

Das nagelneue Feuerwehrgerätehaus Neukirchen meldet einen enormen Wasserschaden. Durch eine aus Versehen mit einer Stichsäge beschädigte Leitung im Bereich der Damenduschen lief wochenlang unkontrolliert Wasser aus. Die undichte Stelle steckte hinter einer Verkleidung und wurde deshalb lange Zeit nicht entdeckt. Das Wasser habe den Estrich durchdrungen und macht derzeit den Sozialtrakt mit Umkleiden und Duschen unbenutzbar. Die Trockenlegung soll drei bis vier Wochen dauern, erfuhren die Mitglieder des Bau-, Grünflächen- und Umweltausschusses von einem sichtlich zerknirschten Vertreter des Generalbauunternehmers.

Kurz nach Neujahr hatte er von Feuerwehrleuten einen Alarmruf bekommen: „Hier gluckert es in den Wänden. Zuvor hatte es in Höhe des Funkraums eine kleine Stelle an der Wand gegeben, auf der Schimmelpilze wucherten. Dabei dachten die Bauexperten zunächst an eine zwar ärgerliche, aber beherrschbare feuchte Stelle, wie sie in Neubauten vorkommen kann. Die Tapete wurde entfernt, der Schimmel mit Alkohol weggewischt. Als sie aber dem Gluckern nachgingen, wurde das Ausmaß des Wasserschadens offensichtlich.

Nun müssen nach Auskunft des Bauunternehmens zehn Bautrockner mindestens drei Wochen lang Tag und Nacht im Sozialtrakt laufen. Zudem werde eine auf solche Schadensfälle spezialisierte Firma zahlreiche Löcher in den Boden bohren. Über die Öffnungen soll mit einem staubsauger-ähnlichen Gerät die Feuchtigkeit aus den tieferen Bodenschichten der Wache gezogen werden. Danach müssen sich Gutachter das Ergebnis anschauen.

„Momentan sind wir mit der Stadt in Gesprächen, wie wir die Auswirkungen dieses Schadens möglichst gering halten“, sagte Feuerwehrchef Lutz Reimann auf Nachfrage der RP. Fahrzeughalle und Werkstatt seien nicht betroffen. Es werde derzeit nach einer Möglichkeit gesucht, die Einsatzkleidung unterzubringen. „Natürlich bringt das Beeinträchtigungen“, so Reimann, „doch Alternativen haben wir nicht.“ Abrissbagger haben das alte Feuerwehrgerätehaus bereits dem Erdboden gleichgemacht.

Fest steht aus Reimanns Sicht: Die Freiwilligen der Feuerwehr dürfen nicht einer Belastung durch Schimmel in Böden und Wänden ausgesetzt werden.

Als Verursacher für den Schaden ist laut Auskunft im Bauausschuss der Handwerker eines Trockenbauunternehmens ausfindig gemacht worden. Der Installateur konnte belegen, dass das Rohrleitungssystem im Feuerwehr-Neubau vorschriftmäßig mit Überdruck auf seine Dichtigkeit überprüft worden war. Der verhängnisvolle Schlitz muss anschließend entstanden sein – als der Hauptwasserhahn noch abgedreht war.

Zur Höhe der nun entstandenen Kosten gab es im Bauausschuss keine Angaben. Momentan geht der Generalbauunternehmer davon aus, dass die Versicherung des Trockenbauers sämtliche Sanierungskosten übernimmt. Eine erste Begehung habe bereits stattgefunden.

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