Bau der Gaspipeline bei Rheurdt: Im Oktober 2019 soll sie fertig sein.

Versorgung am Niederrhein : Bau der neuen Gaspipeline bei Rheurdt

400 Mitarbeiter und 60 Großmaschinen verlegen bis Oktober die neue Leitung.

Zwischen Aldekerk und Kengen kreuzt eine 34 Meter breite Schneise die B 510. Sie ist bis zu zweieinhalb Meter tief. Hier verlegt Open Grid die europäische Ferngasleitung Zeelink.

„Wenn alles gut läuft, schaffen wir am Tag 350 Meter“, sagt Alf Kurtenbach. „Das entspricht rund 20 Rohren. Im Oktober sollen die Arbeiten in Kengen abgeschlossen sein.“ Der 55 Jahre alte Tiefbauingenieur ist Bauleiter. Bei der Pipeline starteten die Planungen 2015, unter anderem mit Umweltverträglichkeitsprüfung und einem Beteiligungsverfahren, um zum Beispiel frühzeitig die Landwirte einzubinden, unter deren Äckern demnächst Methangas mit 100 bar Druck fließt. 2018 genehmigten die Bezirksregierungen den Trassenverlauf in der Region.

In der Landschaft trägt die Open Grid, die im Baulos 4 mit mehreren Unternehmen zusammenarbeitet, auf einer Breite von 34 Metern den Mutterboden ab. Er wird seitwärts gelagert, Sand und Kiesschichten gesondert abgelegt. „Wir bauen den Boden später genauso auf, wie er vorher war“, sagt Alf Kurtenbach. „Da das Rohrvolumen hinzukommt, liegt er später zwei Zentimeter höher.

Vor den weiteren Arbeiten gehört die breite Schneise den Kampfmittelräumern. Sie fanden zum Beispiel im Voerder Stadtteil Ork eine englische Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg. „Zwischen Ork und Wallach wird gerade die Rheinquerung vorbereitet“, erläutert Zeelink-Sprecher Andreas Lehmann. „Sie soll im Oktober erfolgen. Weil Wesel im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert wurde, sind nahe der Rheinquerung noch weitere Funde denkbar.“

Nach der Kampfmittelsondierung kommen die Archäologen, bevor Bagger, Rohrbiegemaschinen, Drainfräsen, Kräne und Planierraupen anrücken. „Auf dem Baulos sind 60 Großgeräte und 400 Personen im Einsatz“, berichtet Alf Kurtenbach. „Ein Jahr danach ist davon nichts mehr zu sehen. Die Landschaft sieht genauso aus wie vorher, während darunter Gas fließt.“

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