1. NRW
  2. Städte
  3. Neukirchen-Vluyn

Averdunkshof in Neukirchen-Vluyn soll im Frühjahr wieder öffnen

Restaurant in Neukirchen-Vluyn : Averdunkshof soll im Frühjahr wieder für Gäste öffnen

Eigentümer des Lokals mit Biergarten und Spielplatz sind in Gesprächen mit Betreibern. Die Landschänke Zur Grenze in Rayen steht zum Verkauf.

Der alte Internetauftritt existiert noch, aber wer die angegebene Telefonnummer wählt, bekommt keinen Anschluss: Der Averdunkshof steht seit dem Jahreswechsel leer. Nach zwölf Jahren hatte das Wirtsehepaar Lidija und Dirk Mensel Ende 2019 einen Schlussstrich gezogen. Die beiden sind nun auf der Suche nach einem anderen Objekt. „Wir sind in Verhandlungen“, sagte Lidija Mensel am Mittwoch.

Viele fragen sich, was aus dem beliebten Lokal mit Veranstaltungsräumen, großem Biergarten und Spielplatz wird. Derzeit bietet die IVF Immobilienverwaltung Moers den Averdunkshof im Internet zur Pacht an. Der Preis: 4500 Euro pro Monat, plus 1350 Euro Nebenkosten sowie 15.000 Euro Kaution. „Wir haben 50, 60, 70 Interessenten“, sagte Otto-Friedrich Witzel von IVF. Allerdings seien auch viele dabei, die „gerne möchten, aber nicht können.“ Immerhin handle es sich um ein großes Anwesen „Das sind 20.000 bis 30.000 Quadratmeter“, sagte Witzel. Er geht davon aus, dass der Averdunkshof im Frühjahr wieder geöffnet wird. „Im April/Mai, vielleicht sogar schon im März.“ Denn die Gespräche mit einem Interessenten seien besonders vielversprechend. Zurzeit werde im Averdunkshof gearbeitet. „Wir sind täglich da. Es gab einiges Zu tun.“ Auch an den in die Jahre gekommenen Spielplatz werde noch Hand angelegt.

Witzel ist überzeugt, dass der Averdunkshof, dessen Geschichte bis weit ins Mittelalter zurückreicht, wieder der beliebte Anlaufpunkt wird, der er war. Auch Veranstaltungen soll es wieder geben. Eine Anfrage für ein Harely-Davidson-Treffen im Sommer habe es bereits gegeben. „Von uns aus wäre das gegangen“, sagte Witzel. Bekannt war der Averdunkshof in den letzten Jahren auch als Ort eines Porsche-Treffens. „Es gibt keinen besseren Ort dafür“, sagte am Mittwoch dessen Organisator Achim Fischer.

Neues gibt es auch von der Landschänke Zur Grenze in Rayen. Eigentümer Ernst Deselaers hatte die Gaststätte mit 150-jähriger Tradition aus Altersgründen Ende 2019 geschlossen. Seither vermietet er die Räume für Veranstaltungen. Jetzt hat sich Deselaers zum Verkauf entschlossen. 850.000 Euro soll das Anwesen mit 7682 Quadratmeter Grundstück kosten. „Falls es jemand haben will“, sagt Deselaers. Gastronomen hätten es heutzutage schwer. „Wer an einem Standort neu anfängt und überleben will, muss viel Geld mitbringen.“ Denn es brauche Zeit, sich einen Kundenstamm zu erobern. Auch Reservierungen für Veranstaltungen und Feiern kämen nicht von jetzt auf gleich. „Jetzt wird für den Herbst und Winter reserviert, ab Mai für nächstes Jahr.“ Entsprechend müssten Neuanfänger eine lange Durststrecke überstehen. „Da ist es schwer, das erste Jahr zu überstehen.“

Nach nur einem guten Jahr hatten die Betreiber der „Neuen Mühle“ an der Grenze zwischen Neukirchen-Vluyn und Kapellen im Dezember aufgegeben. Das Restaurant wird nun von der Krombacher-Brauerei zur Miete angeboten – Preis „auf Anfrage“, heißt es im Internet. Die Kaution beträgt 25.000 Euro.

Ernst Deselears in der Landschänke Zur Grenze. Er will das Haus nun verkaufen. Foto: Dieker, Klaus (kdi)

Ullrich Langhoff, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Kreis Wesel, sieht ein allgemeines Problem in der Gastronomie. „Gastwirte haben mit Brandschutz- und Hygieneauflagen ein Bündel zu tragen.“ Hinzu kämen Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden, die bereit seien, extreme Arbeitszeiten auf sich zu nehmen. Auch die Erwartungshaltung vieler Kunden spiele eine Rolle. „Viele Leute wollen viel essen und wenig zahlen.“ Familienbetriebe, in denen die nächste Generation bereit stehe, hätten es leichter, sagt Langhoff. Ist dies nicht der Fall, sei oft schnell ein Ende in Sicht.