Autor trifft in Neukirchen-Vluyn seine alten Weggefährten

Literatur in Neukirchen-Vluyn: Autor trifft seine alten Weggefährten

Der Hamburger Autor Rafael Pilsczek kehrte für eine Lesung in seine Heimatstadt Neukirchen-Vluyn zurück. Er stellte ein neues Buch vor.

Zurück zu den Wurzeln. Zurück nach Vluyn, wo er geboren und aufgewachsen ist. Sein Vater war Bergmann, die Mutter kümmerte sich um drei Söhne. Rafael, der jüngste, studierte in Berlin, Duisburg und Hamburg Philosophie, Germanistik und Politik. Seit 25 Jahren lebt Rafael Robert Pilsczek in Hamburg, leitet dort erfolgreich eine Kommunikationsfirma. Aus der Wahlheimat kehrt er immer wieder gerne in seinen Heimatort zurück. Im kleinen Kreis von alten Weggefährten und Förderern las Pilsczek am Sonntag erstmals aus seinem neuen Buch vor.

Unter den Zuhörern in der Kulturhalle waren drei seiner Lehrer am Julius-Stursberg-Gymnasium, wo er 1988 sein Abitur machte. Die freundschaftlichen Verbindungen sind nie abgerissen: Zum Deutschlehrer, mit dem er so manche Doppelstunde im Leistungskurs diskutiert hat und der ihm half, seine ersten Artikel als Jung-Reporter für den „Grafschafter“ zu überarbeiten. Ebenso zum Geschichtslehrer, mit dem er in ein dunkles Kapitel Neukirchen-Vluyner Geschichte über Zwangsarbeit in der Zeche eingestiegen ist. Sie sollten als erste aus seinem ersten Roman-Versuch „Mai. Ein junger Mann, der nicht zu halten war“ einige Kostproben hören. Das Buch ist bereits das achte Werk des 50-Jährigen Hamburgers und noch nicht erschienen. Im Sommer soll es aber soweit sein, wie alle anderen Bücher im Selbstverlag. „Ich lese gerne aus meinen Büchern und möchte nicht, dass sie durch ein Lektorat zu stark verändert werden“, erklärte Pilsczek selbstbewusst.

Nach sechs Sachbüchern und einem Gedichtband wollte Pilsczek „mal was Leichtes schreiben“, wie er sagte. Herausgekommen ist ein Kaleidoskop an Anekdoten rund den jungen Protagonisten Michael Mai, das um das Jahr 1990 spielt und einige Schlaglichter auf die deutsch-deutsche Wendezeit wirft. Wie Pilsczek selbst kommt Mai vom Lande und geht in die weite Welt hinaus, zuerst nach New York, dann nach Berlin. Er erlebt Spannendes, wie die Aufdeckung der Stasi-Verstrickungen in der gerade untergangenen DDR.

Er sucht nach Erfahrungen, sucht sein Glück und findet – die Liebe. Eine Geschichte mit Happy End. Thriller und Liebesgeschichte zugleich. Freude und Herausforderung war es für ihn, die 20 handelnden Personen im Roman zum Leben zu erwecken. Dass er dabei assoziativ und zuweilen auch sprunghaft vorgeht, blieb dem Publikum nicht verborgen. „Eine Aufbruch-Geschichte, in der man einiges aus der eigenen Lebensphase wiederentdeckt“, lautete eine Rückmeldung nach der Lesung. Natürlich blieben auch die autobiographischen Anteile nicht verborgen.

Dass er die Sprache liebe, das merke man den gelesenen Ausschnitten an, bemerkte ein Zuhörer. In der Tat sei das Schreiben seine Leidenschaft, betonte Rafael Pilsczek. Die wohlwollend-kritischen Rückmeldungen nehme er gerne mit, um sich in weiteren Lesungen auch einem größeren Publikum zu stellen, erklärte er seinen Zuhörern.

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