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Ausschuss stoppt Bauprojekt an Drüenstraße in Neukirchen-Vluyn

Stadtentwicklung : Ausschuss stoppt Projekt an Drüenstraße

Mehr als zwei Jahre Vorarbeiten sind vergeblich: Mitglieder des Stadtentwcklungsausschusses stören sich daran, dass 30 Bäume fallen sollen. Zudem wollen sie, dass auf dem Gelände auch Sozialwohnungen entstehen.

Architekt Arno Kleinlützum kann seine Pläne einrollen: Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt an Ecke von Drüenstraße und Max-von Schenkendorf-Straße nicht weiter zu verfolgen. Damit bleiben die Gebäude der Obdachlosenunterkunft stehen, die seit 2004 leergezogen sind, obwohl mit der Megens Bau GmbH & Co. KG aus Straelen ein Unternehmen bereit steht, das in dieses Projekt investieren will.

Sechs Gebäude hat der Neukirchen-Vluyner Architekt auf der Fläche geplant, die gut 6000 Quadratmeter groß ist. Er nimmt Elemente der Architektur der 1920er Jahre auf, als die angrenzende „Alte Kolonie“ errichtet wurde. Die dreigeschossigen Häuser nähern sich mit ihren Außenmaßen einem Würfel an, wie es beim modernen Bau in den 1920er Jahren beliebt war, als diese Würfel auch gerne nebeneinander gestellt wurden. Die ersten beiden Geschosse sind rot verklinkert und das Obergeschoss weiß verputzt. Das ist eine Farbkombination, die beim Backstein-Expressionismus dieser Zeit in der linksrheinischen Steinkohleregion oft zu finden ist. 40 Autos für die insgesamt 36 bis 42 Wohnungen sollen in einer Tiefgarage Platz finden, um die herum die Gebäude liegen. Dazu gibt es Außenstellplätze. Über die Keller der Häuser sollen die Bewohner direkt diese Tiefgarage erreichen. Auch die Ver- und Entsorgung soll über die Kellerräume erfolgen.

Die Ausschussmitglieder kritisierten nicht die Pläne des Architekten, sondern waren grundsätzlich gegen das Projekt. Zum einen wollten sie 30 Bäume erhalten, die sich im Laufe der Zeit dort selbst eingesät haben. „Ein Fällen geht nicht mit uns“, sagte zum Beispiel der Grüne Christian Pelikan. Dabei hatte der Investor Ersatzpflanzungen auf der Fläche und innerhalb des Stadtgebiets angeboten.

„Drei bis fünf Bäume können stehen bleiben“, hatte Wolfgang Kerstan vom Moerser Landschaftsplanungsbüro Lange im Ausschuss erläutert, das vom Investor eingeschaltet worden war. „Acht bis neun neue Bäume lassen sich auf dem Grundstück pflanzen. Es ist üblich, für einen Baum bis zu einem Meter Umfang einen neuen Baum zu pflanzen, für einen mit zwei Meter Umfang zwei. Das sind 20 bis 25 Bäume. Die Bäume sind zu groß, um sie zu verpflanzen. Außerdem sind 18 der 30 Bäume Platanen, die anscheinend mit Rotfäulnis befallen sind.“ Beigeordneter Ulrich Geilmann ergänzte: „Auch ein anderer Investor hätte Bäume zu fällen, um dort zu bauen.“

Das Grundstück an der Drüenstraße gehört der Stadt. Seit 2014 steht es zum Verkauf. Foto: Dieker, Klaus (kdi)

Zudem forderten die Ausschussmitglieder, einen Teil der Wohnungen als geförderten Wohnungsbau für Personen mit kleineren Einkommen zu errichten. Die SPD beantragte, mit der Wohnungsbau Stadt Moers und der kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft Grafschaft Moers Gespräche aufzunehmen. Dem stimmte der Ausschuss mehrheitlich zu. Der Kaufpreis für das Grundstück soll bei 100 Euro je Quadratmeter liegen, zu denen Kosten für Erschließung, Rodung und Ersatzpflanzung kommen.