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Auf dem Averdunkshof in Neukirchen-Vluyn ist am Wochenende Mittelaltermarkt

Auf dem Averdunkshof in Neukirchen-Vluyn ist am Wochenende Mittelaltermarkt : Das Wochenende der Gewandeten

Ritter, Händler, Spielmannsleute – auf dem Averdunkshof entsteht am kommenden Wochenende ein mittelalterlicher Markt.

Nenne den Edelmann oder das Burgfräulein vor Dir nie bloß „kostümiert“! Auf dem Averdunkshof ist schließlich kein Karneval. Am kommenden Wochenende – 27. und 28. Oktober – wird die sich die mittelalterliche Hofanlage, heute Restaurant und Biergarten und beliebter Event-Ort, an der Weserstraße 28 in ein komplettes Mittelalter-Dorf verwandeln. Und dort sind die mehr als 80 Knappen, Handwerker, Ritter und die Holden „gewandet“. „Auf ihre Kleidung verwenden unsere Teilnehmer viel Mühe und Sorgfalt. Die meisten Kleidungsstücke sind handgefertigt – aus Leinen, Wolle, Leder, eben echten Materialien“, erläutert Veranstalter Chris Schulze, der sich selbst in den schottischen „Laird of Glencoe“ verwandeln wird. Er trägt mit Stolz seinen Kilt und hat „die Seynen“ um sich geschart.

Mit allem Drum und Dran. Eintauchen in ein dunkles, aber eben für viele Menschen auch faszinierendes Zeitalter. Darum geht es beim dem zweitägigen Mittelalter-Markt. Besucher können den Clans beim prallen Mittelalter zuschauen, sich an Schwertkämpfen laben, einer Marktgerichtsverhandlung beiwohnen und über das Urteil mitbestimmen und vieles mehr.

An 40 Verkaufsständen gibt es von Kunsthandwerk über Schmuck bis hin zu Textilien alles zu kaufen, was ein Mensch aus dem 21. Jahrhundert für seine Zeitreise in die Welt der Lehensritter und Fürstentümer braucht. „Bei der Auswahl der Anbieter habe ich darauf geachtet, dass hochwertige Produkte angeboten werden“, versichert Schulze. Ganz ausschließen mag er aber nicht, dass das ein oder andere Angebot „Made in Hongkong“ ist. Für den Kaufmann – ein Sache der gesunden Mischkalkulation.

Auf eine möglichst große Nähe zu den mittelalterlichen Vorbildern legt er Wert – „ohne dass ich dabei ein Authenzitäts-Papst sein möchte“, sagt der Laird of Göencoe. Da traditionell zu einer Sippe echter Wikinger freundschaftliche Beziehungen bestehen, sind die bärtigen Nordmänner, ihre Frauen und Kinder eben auch mit von der Partie – sollen doch andere kleinlich darauf hinweisen, dass zwischen Wickie und den starken Rittern knapp ein halbes Jahrtausend liegt.

Für die Kurzweil des zahlenden Publikums (Eintritt ins Mittelalterdorf: fünf Euro für Erwachsene, Gewandete zahlen drei Euro, Kinder in Schwertgröße (ca. 1,20 Meter) haben freien Eintritt) sorgt ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm. Askar, der Spielmann, und das Duo Formatio Kupfergold gehören ebenso dazu wie die Schwert-Schau-Kämpfe und Tandaniel, der Geschichtenweber.

Gegen Abend werden sich Gewandete und Besucher an der zentralen Feuerstelle treffen. Zu Kirschbier und Gesang und einer Feuerschlucker-Show. Nach drei Testläufen in Neukirchen-Vluyn hat Veranstalter Martin Schulze ein gutes Gefühl und rechnet mit bis zu 1000 Besuchern pro Tag. Der Betreiber des Averdunkshof, Dirk Mensel, hat bereits beim Gewerbeparkfest gesehen, welch ein Magnet die Gaukler und Marktbeschicker aus dem Mittelalter sein können.

Zusammen mit Schulze plant er im Anschluss eine Veranstaltungsreihe mit monatlichen Irish Folk-Terminen. Und für alle, denen der Met dann doch zu exotisch schmeckt, wird er ein neuzeitlich gehopftes und gefiltertes Pils bereits halten. Sicher ist sicher.