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Neukirchen-Vluyn: Arbeiten am Vluyner Riesen starten wieder

Neukirchen-Vluyn : Arbeiten am Vluyner Riesen starten wieder

Mit dem neuen Jahr hat die Entrümpelung im Hochhaus am Nordring wieder begonnen. Die Firma "NV Immo eins" will noch 2017 die Sanierung zu schaffen. Sollte das Projekt scheitern, könnte die Stadt in Kaufverhandlungen einsteigen.

Viele Vluyner, und nicht nur sie, würden das Hochhaus am Nordring am liebsten aus der Stadtsilhouette entfernen. Doch die Firma "NV Immo eins", die im vergangenen Jahr das Gebäude erworben hat, möchte den einstigen Wohnturm sanieren - das zumindest hatte der Projektleiter Anis Saad im September der RP erklärt. In der Zwischenzeit schien sich allerdings am Vluyner Nordring wenig zu tun. "Aus der Bevölkerung haben wir gehört, dass dort zwei Container stehen, aber kaum je Leute zu sehen sind, die arbeiten", sagt Günter Zeller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD. Daher wolle man in der kommenden Woche bei einem interfraktionellen Gespräch diesen Punkt noch einmal ansprechen.

Inzwischen kann die Verwaltung jedoch einen neuen Sachstand melden. Bürgermeister Harald Lenßen (CDU) hat ein Lebenszeichen der Eigentümerfirma erhalten. "Das ist nicht so einfach, räumt er ein. "Die Erreichbarkeit ist suboptimal." Diese Erfahrung machte auch die RP gestern: Die Projektleitung des Unternehmens war nicht ans Telefon zu bekommen.

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Lenßen referiert, was die "NV Immo eins", die inzwischen von Mülheim nach Dortmund gezogen ist, der Stadtspitze mitgeteilt hat: "Nach der Weihnachtspause sollten am 4. Januar die Arbeiten am Nordring wieder beginnen." Mindestens 13 Personen sollten dort am Werk sein und die Entrümpelungsarbeiten fortsetzen, mit denen man inzwischen bis in den sechsten Stock vorgedrungen sei. "Ich bin jüngst dort vorbeigefahren", berichtet Lenßen. "Es wird tatsächlich gearbeitet." Das Auto eines regionalen Elektrik-Unternehmens sei zu sehen gewesen. Das deckt sich mit der Ankündigung der Eigentümer, dass die Stromleitungen in dem Gebäude erneuert werden. Das Gleiche soll mit Wasserleitungen und andere sanitären Anlagen passieren. Das Fazit: "Noch in diesem Jahr sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein."

Lenßen gibt zu, dass auch er ein wenig ungehalten gewesen sei, bis er nun die neuen Auskünfte erhalten habe. "Wir werden jetzt abwarten, wie es weiter geht, ob gestrichen wird und Fliesen gelegt werden", sagt er.

Zwar ist das Hochhaus ein Gebäude, dessen Zukunft von großem Interesse für die Einwohner von Vluyn ist, dennoch könne die Verwaltung den Eigentümern nicht einfach hineinreden, sagt Lenßen.

Doch einmal angenommen, aus den Ankündigungen wird nichts. Was würde die Stadt tun, um Vluyn vor einer Dauerruine zu bewahren? "In so einem Fall", meint Lenßen, "also wenn die Firma pleite wäre oder sich mit dem Projekt übernommen hat, würde ich der Politik vorschlagen, dass wir in Kaufverhandlungen mit den Eigentümern einsteigen." Natürlich nur zu einem akzeptablen Preis. Entgegen manchen Behauptungen habe er "einen Kauf nie ausgeschlossen", betont der Bürgermeister.

Das Hochhaus ist der markanteste Rest jener Bauten, die einst der Bauunternehmer Josef Kun errichtet hatte. Später übernahm Ottmar Nau die Immobilien, die seither auch als "Nau-Häuser" bezeichnet werden. Mit Ausnahme des Hochhauses am Nordring gehören alle Gebäude mittlerweile der Peach Property Group, die ihren Sitz in der Schweiz hat. Diese habe ihre Versprechen bislang gehalten, sagt Lenßen, auch wenn der Zeitplan sich etwas in die Länge ziehe. "Das ist nachvollziehbar, wenn es um die Sanierung von rund 600 Wohneinheiten geht."

(s-g)