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Anstieg von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit

Corona-Krise : Köpke fordert eine Regelung der Altschulden

Die Folgen der Corona-Krise haben Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt am Niederrhein und in Neukirchen-Vluyn. Der Anstieg von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit trifft auch den Arbeitsmarkt in Neukirchen-Vluyn.

„Mit Stand von Anfang Mai – neuer Zahlen liegen der Agentur für Arbeit noch nicht vor – waren es im Kreis Wesel schon knapp 4500 Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet hatten, davon sind 45.756 Beschäftigte betroffen gewesen. In Neukirchen-Vluyn waren es zum gleichen Zeitraum knapp 149 Betriebe mit rund 1000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“, erläutert Ralf Köpke, Bürgermeisterkandidat der SPD in Neukirchen-Vluyn.

Zum Vergleich: Im März 2020 hätte die Zahl der Betriebe bei 49 und die der Arbeitnehmer bei 430 gelegen. „In den ersten drei Monaten ab März wurden für die Zeit der Kurzarbeit lediglich 60 beziehungweise 67 Prozent des letzten Lohnes gezahlt. Ab dem vierten Monat sind es dann 70 beziehungsweise 77 Prozent, aber nur dann wenn mindestens für die Hälfte der Arbeitszeit Kurzarbeit angemeldet war und die Beschäftigten auch durchgehend drei Monate in Kurzarbeit waren“, so Köpke.

„Das erhöhte Kurzarbeitergeld traf nur für die wenigsten Beschäftigten zu. Für die Betroffenen bedeutet dies eine erhebliche Einkommenseinbuße in den letzten Monaten, mit denen die Familien leben mussten.“

Darüber hinaus seien auch die Zahlen der Arbeitslosigkeit im Arbeitsamtsbezirk Moers-Neukirchen-Vluyn gestiegen und zwar von April auf Juni auf jetzt rund 8750 Arbeitssuchende für Moers und Neukirchen-Vluyn. Die Arbeitslosenquote stieg von Juni 2019 von 7,2 auf 8,2 Prozent im Juni 2020. „Diese Entwicklungen haben neben den finanziellen Folgen für Arbeitnehmer auch massive Konsequenzen für die Haushalte von Städten und Gemeinden. Das gilt auch für Neukirchen-Vluyn. Dadurch vermindern sich neben sinkenden Gewerbesteuern auch die Einnahmen durch Einkommenssteuern, bei der die Kommunen auch zu einem Teil profitiert haben“, erläutert Köpke.

Die finanziellen Auswirkungen der Krise würden alle Kommunen treffen, besonders hart aber die struktur- und finanzschwachen Kommunen wie auch Neukirchen-Vluyn. Ralf Köpke: „Wir brauchen gerade jetzt neben einem umfassenden Rettungsschirm auch eine nachhaltige Regelung der Altschulden, genau das hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz noch vor der Krise auf den Weg gebracht, hier warten wir immer noch auf die entsprechende Beteiligung des Landes NRW.

„Bisher aber haben alle Bemühungen bei der Landesregierung aber nicht gefruchtet,“ erklärt Bürgermeisterkandidat Köpke weiter. Für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit wäre eine Aufstockung ihrer Leistungen auf mindestens 80 Prozent vom ersten Tag der Kurzarbeit notwendig gewesen.