Ärger um illegal entsorgte Altreifen in Neukirchen-Vluyn hält an

Diskussionen in Neukirchen-Vluyn : Ärger um illegal entsorgte Altreifen hält an

70 Altreifen liegen nach fast vier Wochen immer noch im Wald in der Dong. In Niep ist ein Privatmann auf dem Schaden sitzengeblieben.

Für die vor vier Wochen in der Dong illegal entsorgten Autoreifen fühlt sich niemand zuständig. Immer noch liegen die 70 Pneus dort, wie sie jemand im Wald deponiert hat. Anwohner Joachim Bürger ist sauer. Er wirft der Stadtverwaltung Untätigkeit vor. Eine E-Mail, die er an die Stadt geschickt habe, sei unbeantwortet geblieben: „Kein Anruf. Keine Mail. Kein Hinweis. Absolut nichts. Tragisch, wenn eine Stadt nicht in der Lage ist, sich des Themas anzunehmen.“

Stadtsprecher Frank Grusen sagte am Montag, beim Ordnungsamt sei sei keine E-Mail Bürgers eingetroffen. Die Diskussion über die illegal entsorgten Reifen war der Stadt aber bekannt. Grusen kündigte an, dass Mitarbeiter des Bauhofs noch am Montag zur Fundstelle fahren wollten. Die Reifen liegen in Nähe eines Stichwegs, der von der Merbisstraße abgeht. Sollte sich das Waldgrundstück in Privatbesitz befinden, müsse sich aber der Eigentümer um die Entsorgung kümmern, sagte Grusen, so ärgerlich das für die Betroffenen auch sei. Der Bauhof dürfe nichts von privatem Grund mitnehmen, „selbst wenn es Müll ist“.

Laut Bürger ist ein Teil des Waldes in der Dong in öffentlicher Hand, andere Parzellen gehörten Privatleuten. Der Stichweg sei öffentlich, wem das betreffende Waldstück gehört, wisse er nicht. Selbst wenn es Privatbesitz sein sollte, sehe er die öffentliche Hand in der Pflicht: „Der deutsche Wald muss für die Öffentlichkeit betretbar sein. Privateigentümer dürfen ihre Waldstücke nicht einzäunen, um zu verhindern, dass dort Müll abgeladen wird.“ Die Nachbarschaft wolle sich jetzt auf andere Weise für die Zukunft helfen: Man werde Wild-Kameras installieren und Schilder aufstellen, die vor der Überwachung warnen.

Auch in Niep waren Altreifen illegal entsorgt worden, und auch dort dauert der Ärger an. Die Reifen lagen verstreut auf Land, dass Dirk Hollinderbäumer gehört. „Es sah aus, als wären sie von einem fahrenden Fahrzeug abgeworfen worden“, erzählt der Neukirchen-Vluyner. Er beauftragte einen Mitarbeiter, die Reifen aufzusammeln und zu einem Haufen zu stapeln. „Wir wollten nicht, dass Leute das sehen und noch mehr Müll entsorgen. Die Stadt kam raus, dann der Kreis. Der Kreismitarbeiter sah sich den Haufen nur an und sagte: Das Entsorgen kriegen sie bestimmt auch noch hin.“ Immer noch liegen die 40 bis 45 Reifen bei Hollinderbäumer. „Es wird mich rund 120 Euro kosten, sie zu entsorgen. Es kann doch nicht sein, dass Grundeigentümer auf dem Dreck und dem Schaden liegenbleiben.“

In Alpen hatte es Anfang November einen ähnlichen Fall gegeben. Wer die Reifen dort, in der Dong und in Niep weggeworfen hat, ist unbekannt. KFZ-Betriebe, die Reifen entsorgen wollen, müssen dafür bezahlen. „Wir sammeln die Reifen in einem Container, wenn er voll ist, kommt eine Firma und holt ihn ab, das kostet mich jedes Mal 860 Euro“, schilderte der Inhaber einer Neukirchen-Vluyner Werkstatt unserer Zeitung. Es gebe auch Leute, die KFZ-Betrieben anbieten, Altreifen unentgeltlich mitzunehmen. „Ein Teil der Reifen ist noch so gut, dass man ihn in andere Länder verkaufen kann.“ Und der Rest? Landet vielleicht im Wald.