Ärger um Demo gegen AfD-Treffen in Neukirchen-Vluyn

Aufruf im Internet : Ärger um Demo gegen AfD-Treffen

Zu einer Demonstration am Hotel „Friedenseiche“ in Neukirchen-Vluyn haben antifaschistische Gruppen aufgerufen. Der Anlass dafür ist ein für den 23. Januar geplantes Treffen der AfD. Als Gast des Kreisverbandes Wesel soll AfD-Mitglied Sebastian Schulze einen Vortrag über „Alternativen zu den Altmedien“ halten.

„Die AfD will dort gegen die in unserem Grundgesetz verankerte Presse- und Kulturfreiheit hetzen. Stärken wir unseren Journalisten und Kulturschaffenden den Rücken und zeigen der rechtsradikalen AfD, dass kein Platz ist für sie in Neukirchen-Vluyn oder anderswo in unserem Land“, heißt es in dem Aufruf bei Facebook („Neukirchen-Vluyn ist bunt, nicht braun“). Die Polizei hat bestätigt, dass eine Initiative gegen Rassismus eine Demonstration für den 23. Januar zwischen 18.30 und 19.30 Uhr angemeldet hat.

Der Redner des AfD-Treffens, Sebastian Schulze, ist Mitorganisator eines „Alternativen Wissenskongresses NRW“, bei dem, wie der Tagesspiegel schrieb, „neurechte Verschwörungstheoretiker und Stichwortgeber der Reichsbürgerszene als Redner auftreten dürfen“ (www.tagesspiegel.de). In einer Ankündigung des Vortrags heißt es, Schulze wolle aufzeigen, „wie die Massenmedien manipulieren und wie jeder Einzelne seine Medienkompetenz verbessern kann“.

Zu den Organisatoren der Protestveranstaltung gehört Angelika von Speicher, Vorstandsmitglied der Neukirchen-Vluyner Grünen und aktiv im deutschlandweiten Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“. „Wir sind gut vernetzt und haben auch die Parteien angeschrieben“, sagte sie am Donnerstag. „Wir gehen von 150 bis 200 Teilnehmern aus.“

Angesichts des Widerstands hat die AfD sich nach anderen Veranstaltungssälen umgeschaut. AfD-Kreissprecher Renatus Rieger sagte am Donnerstag, dass die Veranstaltung auf jeden Fall stattfinden werde. Ob in der Friedenseiche oder anderswo, werde noch geprüft. Die AfD hält die Orte ihrer Zusammenkünfte in der Regel geheim. Interessenten erfahren die genaue Adresse kurzfristig nach vorheriger Anmeldung. „Wir würden das gerne öffentlich machen, aber jedes Mal, wenn wir das machen, gibt es eine große Demonstration“, sagte Rieger dazu.

Seine Partei werde bei der Kommunalwahl im September in den Kreiskommunen antreten. „Die alten Parteien verlieren Pfründe. Das ist für sie schwer zu ertragen.“ Die AfD wolle auch eigene Bürgermeisterkandidaten aufstellen. Rieger bestätigte, dass er Interesse an einer Kandidatur in Moers habe.