70 Jahre Verein für Gartenkultur und Heimatpflege in Schaephuysen

Verein für Gartenkultur und Heimatpflege in Rheurdt : Sieben Jahrzehnte Einsatz für Schaephuysen

Der Verein für Gartenkultur und Heimatpflege feierte runden Geburtstag.

Im Frühjahr hatte der Verein für Gartenkultur und Heimatpflege das 25-jährige Bestehen des Heimatmuseums begangen, jetzt feierte er den 70. Vereinsgeburtstag. Am Vormittag trafen sich die Mitglieder in der Gaststätte Hauser zum Niederrheinischen Frühstück. Am Nachmittag lud der Verein alle Schaephuysener zu einem Fest am Heimatmuseum ein. Gleichzeitig veranstaltete der Verein den zweiten Offenen Museumstag, bei dem Gäste die Ausstellung in den neuen Räumen kostenlos besichtigten konnten. „Sie tragen dazu bei, dass sich vor allem die Schaephuysener ihrem Ort verbunden fühlen“, lobte Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen in seiner kurzen Festansprache die 120 Vereinsmitglieder. „Heimatverbunden ist für sie mehr als ein Gefühl. Sie bedeutet für sie, das bewahren zu wollen, was charakteristisch ist und den Ort prägt.“

Bei dem Fest zeichnete der Vorsitzende Mario Gürtner Einrichtungen aus, die durch ihre Kinder- und Jugendarbeit die Dorfentwicklung besonders unterstützt haben: den katholischen Kindergarten St. Hubertus und den Initiativkindergarten Fliegenpilz, den Marinespielmannszug und die Kinder- und Jugendfeuerwehr des Löschzugs Schaephuysen. Ferner zeichnete Gürtner neun Familien aus, die ein Stück ihrer Gärten für eine kleine Aussaat von Wildblumenwiesen bereitgestellt haben. Den Wildblumensamen hatte der Verein kostenlos verteilt, als er im Frühjahr den 25. Geburtstag des Heimatmuseums gefeiert hatte. Die Aktion ist Teil des Wettbewerbes „Deutschland summt – Wir summen mit“, um Insekten, insbesondere Bienen, nach Schaephuysen zu locken.

Als Wilhelm Heinenbruch, Peter Mäschig und Heinrich Schmitz mit anderen Schaephuysenern 1948 den „Obst- und Gartenbauverein Schaephuysen“ gründeten, konnten die Menschen in Deutschland Lebensmittel, wie Mehl oder Fett, nur über Lebensmittelkarten kaufen. Sie schlossen sich zusammen, um durch den Großeinkauf von Saatgut, Dünger, Torf und anderen landwirtschaftlichen Produkten bessere Waren zu günstigeren Preisen zu erhalten. Im Laufe der Jahrzehnte erfand sich der Verein mehrfach neu. So berichtete Vorsitzender Mario Gürtner davon, wie der Verein 1968 den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ für sich entdeckte (heute „Unser Dorf hat Zukunft“), um ab diesem Jahr regelmäßig dabei zu sein. „1977 wurde das Dorf mit Bundesgold belohnt“, berichtete der Vorsitzende.

Parallel dazu entdeckte der Verein, der damals von Erwin Gehrmann geleitet wurde, die Heimat- und Geschichtspflege für sich. So änderte er 1976 seinen Namen in Verein für Gartenkultur und Heimatpflege. Der Verein sammelte Gegenstände rund um das dörfliche Leben und die Landwirtschaft, die er seit 1993 in der Heimatstube, heute Heimatmuseum, zeigt. Die Heimatstube, lag zunächst in der Schaephuysener Grundschule und zog 2017 in die ehemalige Sparkasse um. Mario Gürtner bedankte sich bei der Geburtstagsfeier bei allen Helfern, die beim Umzug insgesamt über 1200 Stunden lang ehrenamtlich geackert hatten.

Neben Samen kauft der Verein weiterhin auch Bäume, wie schon vor sieben Jahrzehnten. Allerdings erwirbt er sie nur noch in kleinerer Stückzahl. Seit Mitte der 80er Jahre pflanzt der Verein am „Tag des Baumes“ mindestens ein Bäumchen in Schaephuysen.

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