Neukirchen-Vluyn: 1507 Einwendungen gegen Gaspipeline

Neukirchen-Vluyn: 1507 Einwendungen gegen Gaspipeline

Erst schlagen Bagger eine 38 Meter breite Schneise für die Gasfernleitung Zeelink. Doch die soll komplett wieder verschwinden - verspricht der Bauherr Open Grid. In unserer Region sind lediglich Außenbereiche betroffen.

/ Rheurdt Drei Tage lang hat das Regierungspräsidium Düsseldorf die Absender von 1507 Einwendungen gegen die geplante Erdgaspipeline Zeelink angehört. Die 215 Kilometer lange Fernleitung soll im kommenden Jahr gebaut werden. Sie führt von Lichtenbusch in der Städteregion Aachen über St. Hubert im Kreis Viersen bis nach Legden im Kreis Borken und berührt die hiesigen Kommunen in den Außenbereichen. Auf der Basis der ursprünglichen Planungen und vor dem Hintergrund der Einsprüche wird das Düsseldorfer Regierungspräsidium nun über den Planfeststellungsbeschluss zu entscheiden haben. Falls diese Entscheidung wie geplant im Herbst fällt, könnte das Essener Unternehmen Open Grid im nächsten Jahr die Bagger rollen lassen.

Auf einem 38 Meter breiten Streifen sollen sich dann schwere Bagger durch Feld, Wald und Wiese pflügen. Wie der Pressesprecher von Open Grid, Helmut Roloff sagt, werden die Gasrohre in einer Mindesttiefe von 1,20 Meter verlegt: "Nachdem dies geschehen ist, werden wir in Absprache mit den jeweiligen Grundbesitzern den ursprünglichen Zustand wieder herstellen."

Doch auch wenn die breite Schneise der Großbaustelle wieder geschlossen ist, gilt jeweils sechs Meter rechts wie links der Pipeline ein absolutes Bauverbot. Nicht einmal Schuppen oder landwirtschaftliche Scheunen dürfen dann dort errichtet werden. "Im Falle eines Lecks müssen wir stets Zugang zu der Pipeline haben", sagt Roloff. Tiefwurzelnde Bäume oder Feldpflanzen seien im Nahbereich der Pipeline ebenfalls untersagt.

Während in Nachbargemeinden mit Bildern brennender Häuser nach einer polnischen Pipeline-Explosion gegen Zeelink argumentiert wird, Naturschützer um seltene Tier- und Pflanzen-Arten fürchten und die Sicherheitskonzepte der Gaspipeline hinterfragt wurden, blieben Proteste in Neukirchen-Vluyn und Rheurdt aus. "Bei uns sind langwirtschaftliche Flächen in Außenbereichen betroffen. Zudem kreuzt Zeelink vier Wirtschaftswege", sagt der für Baubereiche zuständige Fachbereichsleiter Udo Hövelmans aus dem Rheurdter Rathaus. Da sich der Trassenverlauf der Gaspipeline weitgehenden an dem einer bereits im Boden liegenden Öl-Pipeline orientiere, sahen die Städte keinem Grund für Einsprüche.

In mehreren Telefonaten hatten Leser Kritik an dem ihrer Meinung nach "undemokratischen Anhörungsverfahren" geübt. Diese Vorwürfe wurden von einer Sprecherin der Regierungspräsidentin zurückgewiesen. In einem ersten Schritt hätten die Pläne von Open Grid in den Rathäusern zur Ansicht ausgelegen. Dagegen hätten Betroffene Einsprüche einlegen können. Ausschließlich diese Einwender hätten seit Anfang der Woche in einem Neusser Hotel die Gelegenheit gehabt, ihre Einwände mündlich zu erläutern.

(RP)