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Nettetal: Zweiter Anlauf fürs Windrad

Nettetal : Zweiter Anlauf fürs Windrad

Nach dem Scheitern des Bürgerwindrads in Oirlich wird jetzt an fast derselben Stelle wieder eines errichtet. Es soll noch vor dem Jahresende ans Netz gehen. Mit den Stadtwerken ist ein Anschlusspunkt am Netz gefunden worden.

Knapp zwanzig Jahre nach den ersten Plänen für ein Bürgerwindrad auf den Höhen bei Hinsbeck errichtet die Firma PSM (Nature Power Service & Management in Erkelenz) an fast derselben Stelle wieder ein Windrad.

Das Bürgerwindrad war zwar errichtet worden, kam aber nie richtig in Gang und schon gar nicht in die Gewinnzone. Es wurde nach einem Defekt schließlich abgebrochen. Das neue Windrad wird die Maße einhalten, die bereits für das Vorgänger-Windkraftwerk galten.

Aufbau ab Dienstag

In der Nacht zu Freitag mühten sich drei Schwertransporter durch Oirlich, um das Fundament oberhalb der Sektion auf der zugigen Höhe anzusteuern. Aufgebaut wird die Anlage ab Dienstag kommender Woche. Sie soll bis spätestens Ende des Monats in Betrieb gehen, um die Fördermittel für das Jahr 2010 noch abschöpfen zu können.

Für PSM ist das Engagement in Nettetal nicht neu. Das Bürgerwindrad hat das Vorgängerunternehmen Umweltkontor seinerzeit betreut. Es stand damals unter einem sehr ungünstigen Stern.

Vor allem der Anschlusspunkt an das Stromnetz der Stadtwerke führte zu einem andauernden Konflikt, der die Kontrahenten schließlich vor Gericht brachte. Das Oberlandesgericht warf den Betreibern damals schwerwiegende Fehler vor, die das Bürgerwindrad in den Ruin getrieben hätten. 31 Kommanditisten verloren ihre Einlagen und erhielten auch nie die prognostizierte Rendite aus der Stromvergütung.

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PSM übernimmt die technische Betriebsführung des neuen Windrades, hinter dem ein rheinischer Investor steht, der aber nicht genannt werden möchte.

Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal, bestätigte gestern, dass mit den Planern eine einvernehmliche Lösung für den Anknüpfungspunkt gefunden wurde. Die Zusammenarbeit sei vollkommen problemlos gewesen.

"Die Leute von PSM sind professionell und wissen genau, was sie tun", unterstrich Dieling. Persönlich bedauere er allerdings, dass das Windrad wieder auf den Höhen errichtet wird. Den Vorschlag aus Willich, im Kreis Viersen eine Konzentrationszone für einen Windpark zu schaffen, halte er persönlich für sinnvoller.

Allerdings gilt in Hinsbeck Baurecht, auch wenn das alte Windrad abgebrochen wurde. Eingehalten werden müssen lediglich die Maße, mit denen das Bürgerwindrad genehmigt worden war: Die Masthöhe darf 55 Meter nicht überschreiten, mit Rotor darf die Gesamthöhe nicht über 79 Meter betragen.

Das grenzt die Möglichkeiten des Ertrags nach Angaben von PSM zwar gehörig ein, aber das Unternehmen geht davon aus, dass die Enercon-Anlage jährlich deutlich mehr als die 800 kW leistet, die das Vorgängermodell schaffte. Enercon stellte vor wenigen Monaten ein Windrad mit einer Leistung von 7,5 MW (Megawatt) vor.

(RP)