Nettetal: Zwei Grundschulen wollen den Verbund

Nettetal: Zwei Grundschulen wollen den Verbund

Die Schulkonferenzen der Gemeinschaftsgrundschule Breyell und der katholischen Hubertusschule Schaag haben sich einstimmig für einen Verbund unter Leitung der Breyeller Schule entschieden. Die Politik muss jetzt entscheiden.

Die Entscheidung ist gefallen, auch wenn der Schulausschuss noch berät und der Stadtrat den beschließen muss. Die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) an der Biether Straße und die katholische Grundschule in Schaag (Hubertusschule) bilden schon ab dem neuen Schuljahr einen Verbund.

Die Schulkonferenzen beider Schulen haben am Mittwoch und Donnerstag dem Verbund zugestimmt, und zwar einstimmig. Auf ihrer Internetseite informiert die GGS Breyell darüber, dass die Hubertusschule Schaag formell aufgelöst und Außenstandort der GGS Breyell wird. Über den Namen der Verbundschule werden die (noch getrennten) Kollegien und die Schulleitung sowie Eltern beider Schulen entscheiden.

In diesem Fall musste die Stadt als Schulträgerin die Initiative ergreifen. An der Hubertusschule wurden faktisch weniger als 15 Kinder fürs neue Schuljahr angemeldet, sie ist insgesamt unter die vorgeschriebene Mindestzahl von 92 Schülern gerutscht. "Wir haben daraufhin die Bildung der Verbundschule angeregt", berichtete gestern Schuldezernent Armin Schönfelder. Die Bezirksregierung Düsseldorf und Schulamtsdirektor Thomas Bongartz sind einverstanden.

In einer Sondersitzung wird der Schulausschuss am 18. Juni unter anderem darüber beraten und dem Rat eine Empfehlung aussprechen. Es besteht kein Zweifel daran, das der Rat dann Ende des Monats den Beschluss fasst. Die Bezirksregierung hat ihre Zustimmung auch schon signalisiert - eine Ausnahme angesichts der Kürze der Zeit. Denn bis zum Beginn des neuen Schuljahrs am 1. August muss die neue Organisation stehen.

Der Verbund betrifft nicht die katholische Grundschule Breyell. Sie hat aktuell noch 104 Schüler, wird aber mit der Entlassung von zwei Klassen im Sommer bedrohlich schrumpfen. Die Stadt hat entschieden, das kommende Schuljahr abzuwarten und die Entwicklung zu beobachten. "Rein organisatorisch wäre es viel zu ambitioniert, jetzt insgesamt drei Schulen zusammenzufügen", sagt Schönfelder. Die Stadt wolle die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2016/17 abwarten.

In Schaag haben mehrere Faktoren dazu geführt, dass die Schule nicht mehr den Vorgaben des Landes entspricht. Nur ein Drittel der Schaager Eltern, die ihre Kinder jetzt als Neulinge anmelden müssen, entschieden sich für die Grundschule. Und auch danach noch wurde drei Kinder wieder abgemeldet. Außerdem wurde für die ausscheidende Leiterin Marlene Sobek keine Nachfolge gefunden.

Anders als in Leuth, wird kein jahrgangsübergreifender Unterricht eingeführt. Damit könnte man die Bildung einer Eingangsklasse umgehen. Sie kann nicht eingerichtet werden, weil weniger als 15 Kinder angemeldet wurden. Der Stadt blieb da nichts übrig, als einen Hilferuf an die Schulaufsicht zu senden. Dass Thomas Bongartz dem Grundschulverbund zustimmt, liegt auf der Hand: Er ist angesichts des Mangels an Lehrkräften, die er verteilen kann, an größere Schulen interessiert. Er dürfte durch den Verbund etwas weniger Sorge über die Versorgung von Grundschulen mit Lehrern bekommen.

Für die Kinder wird es nach Angaben von GGS-Leiter Horst Gerlach "keine großen Veränderungen" geben. Die jeweiligen Klassenleitungen bleiben, auch die Lehrkräfte bleiben weitgehend mit ihren Stunden an ihren Schulen. Betreuung bzw. OGS laufen weiter. Horst Gerlach wird Leiter des Verbundes, dessen Lehrerkollegium größer wird. "Dadurch haben wir auch mehr Möglichkeiten in der Stundenplangestaltung, in der Versorgung mit Fachunterricht (Englisch, Religion, Sport, Musik) und mehr Freiraum im Vertretungsfall", so Gerlach.

Er bereitet die Beteiligten darauf vor, dass es "in der nächsten Zukunft viele Gespräche zu verschiedenen Themen" geben werde. Der Schulleiter sichert zu, alle Informationen zeitnah weiterzugeben.

(RP)
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