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Zwei Führungskräfte verlassen in Nettetal das Rathaus

Nettetal : Zwei Führungskräfte verlassen das Rathaus

Bei der Nettetaler Stadtverwaltung stehen Wechsel an: Ronald van Zanten, Leiter des Bauhofes, wechselt zum Kreis Viersen, Carola Schellhorn von der Bauaufsicht geht zur Stadt Krefeld.

Heute ist Susanne Fritzsche Technische Beigeordnete in der Stadt Viersen. Am 31. Dezember 2018 verließ sie die Stadt Nettetal Richtung Viersen. Gut zwölf Jahre hatte sie in Nettetal eine ganze Menge zu tun, und genau das hatte Susanne Fritzsche gewollt: „Es war klar: Da brennt’s, und genau das war reizvoll“, sagt die Kölnerin. „Ich wollte was bewegen.“ Als in der Stadt Nettetal der NetteBetrieb gegründet wurde und aus ihrem Geschäftsbereich ausgegliedert wurde, sah sie keine Basis mehr für sich. So sehen es Politiker der Ampel. Aktuell befürchtet man dort, der Exodus guter Leute aus der Verwaltung gehe weiter. Zwei Fälle werden dabei genannt.

Carola Schellhorn soll die Bauaufsicht der Stadt Nettetal Richtung Krefeld verlassen, wo sie das Immobilienmanagement der Stadt Krefeld übernimmt. Und Ronald van Zanten, Leiter des Bauhofes, wechsele zum Kreis Viersen. Damit verlassen zwei weitere Führungskräfte das Nettetaler Rathaus.

Niemand in der Politik macht dafür Michael Rauterkus verantwortlich, der als Erster Beigeordneter für das Personal verantwortlich ist. Im Gegenteil: In den Gesprächen mit den Fraktionen habe er einen guten Eindruck gemacht. Seit einem Jahr im Amt, attestiert ihm Renate Dyck „ein besseres Händchen“ für Personalangelegenheiten. Für die Zukunft der nächsten sieben Jahre erhofft sich die Politik sehr viel von ihm, nicht nur in Sachen mobile Arbeitsplätze und Digitalisierung. Sondern auch im Umgang mit den Mitarbeitern. Der Erste Beigeordnete Michael Rauterkus ist nicht besorgt. Er hat mit beiden gesprochen, beide gäben individuelle Gründe an, keine strukturellen. Dass zwei Führungskräfte gingen, sei ein zeitlicher Zufall. Im technischen Bereich sei der Fachkräftemangel am größten, entsprechend herrsche am Arbeitsmarkt dort der größte Druck. Das führe auch leichter zu einem Wechsel des Arbeitgebers.

Es wäre sicherlich falsch, die Weggänge nur auf schlechte Stimmung oder fehlende Wertschätzung zurückzuführen. Es gibt auch Angebote, die einen Mitarbeiter weiterbringen und mehr Verantwortung bedeuten. Oder es ist die Konsequenz einer anderen Entscheidung. So hatte sich Carola Schellhorn auch um die Bereichsleitung beworben, geworden ist es aber ihr Kollege Markus Grühn. Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten sind ebenso wichtige Kriterien wie ein gutes Klima. Trotzdem sagt ein erfahrener Kommunalpolitiker wie der langjährige FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Willy Troost, die Stimmungslage im Rathaus sei massiv verbesserungswürdig. Auch wenn diese Kritik jetzt nach Wahlkampf klinge, sieht er den Umgang mit Mitarbeitern nicht zum Besten. Vielfach werde von oben nach unten durchregiert, dabei fühlten sich viele nicht mitgenommen. Das könne man nicht mit Kritik am „bösen Kreis“ entschuldigen, der oftmals für gleiche Arbeit mehr Geld bezahle.

Bei Ronald van Zanten gibt es Stimmen, die eine nicht ausreichende Wertschätzung für seine Arbeit ins Feld führen.

Carola Schellhorn bekommt Verantwortung für mehr Mitarbeiter. Mit dem Immobilienmanagement übernimmt sie in Krefeld schon einen größeren Bereich mit 200 Mitarbeitern. Aber auch über sie kann man hören, sie sei von der Verwaltungsspitze fallen gelassen worden.