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Nettetal: Zu Gast bei Silberreiher und Kormoran

Nettetal : Zu Gast bei Silberreiher und Kormoran

Im neuen Jahr Lust auf einen Spaziergang an der Nette? Entlang des Premiumwanderwegs 9 etwa gibt es viel zu entdecken.

Eine aufregende Spurensuche für rund 25 Wanderer: Geführt von Markus Heines (NABU Bezirksverband Krefeld-Viersen), mit Ferngläsern und Fotoapparaten bewaffnet, erkundeten sie einen Teil des Premiumweges 9, im Bereich der Nette.

Als Mitglied im Team des NABU Naturschutzhof betreut Heines das Themenfeld Zoologie und zählt ab dem Frühjahr jeweils wöchentlich, entlang festgelegter Strecken, alle tagaktiven Schmetterlinge beim sogenannten Schmetterlings-Monitoring). Auch die Hege der Gänse, die in Deutschland nicht gejagt werden dürfen, liegt ihm sehr am Herzen - beobachtet und erforscht sie intensiv. "Um die Gänse in ihren Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten effektiv schützen zu können, ist es sehr wichtig, den Bruterfolg und das Zugverhalten ständig zu überwachen", sagt der Lobbericher. Wenn dann Ende Januar oder im Februar das Wetter langsam milder wird, bewegen sich die ersten Gänse erneut gen Osten, so berichtet er. Lediglich eine kleine Schar bleibt noch bis Ende März am Niederrhein, bis die Wasservögel dann ab August wieder ihren Weg nach Deutschland finden. Jedoch sind nicht nur die Gänse ein interessanter Bestandteil der dreistündigen Wanderung entlang der Nette, sondern die Teilnehmer erfahren auch eine Menge über die gesamte Flora und Fauna im Naturpark Schwalm-Nette.

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So ist der Südrand der Krickenbecker Seen mit einer Größe von 1300 Hektar eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete in NRW. "Hier fühlen sich auch Graureiher und Störche heimisch", erklärt der Nabu-Ehrenamtler. "Auch der Silberreiher ist im Jahr 2012 erstmals in Deutschland aufgetaucht, in Mecklenburg-Vorpommern." Der weiß wirkende Schreitvogel habe auch in unserer Region mehrere größere und kleinere Nistplätze gefunden.

"Wer weiß denn, welche Baumart die vorherrschende in Deutschland ist?", fragt der Naturkundler. Eiche, lautete eine Antwort. Aber: "Es ist die Rotbuche. Ihr Anteil in den deutschen Wäldern beträgt rund 15 Prozent", erläutert Markus Heines. Gefolgt von der Eiche, in erster Linie der Stieleiche, die zur Familie der buchenartigen Gewächse gehört. Ebenso dominiert die Kopfweide das niederrheinische Bild. "Leider werden immer alle Weiden gleichzeitig zurückgeschnitten. Besser wäre es, zunächst nur jede dritte zu beschneiden, da so der Lebensraum mit seinen Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten sehr eingeschränkt wird", so Heines. "Hier wird bedauerlicherweise der ökologische Nutzen durch den ökonomischen in den Hintergrund gedrängt." Als Nächstes gerät ein Kormoran in das Visier der aufmerksam eingesetzten Ferngläser. "Der Kormoran kann, anders als eine Ente, nicht lange unter Wasser bleiben", beschreibt Heines. Er müsse sich anschließend ausbreiten wie ein Kreuz, da sein Gefieder sehr langsam trockne. Aber es gibt auch noch ein paar andere Gäste, die im Natur-Park Schwalm-Nette nicht immer zuhause waren, wie die Gelbbauch-Schmuckschildkröte. Diese stammt ursprünglich meist von amerikanischen Zuchtfarmen und wurde von deutschen Besitzern ausgesetzt.

Am Ende der Wanderung, an der auch ein paar Kinder teilnahmen, waren sich alle einig: Es gibt immer wieder eine Menge in der Natur zu entdecken und wir haben sehr viel Spannendes, auch über den Erhalt der Arten, gelernt."

Info Weitere Auskünfte gibt es online unter www.nabu-krefeld-viersen.de.

(sup)