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Nettetal: Zahl der Flüchtlinge steigt

Nettetal : Zahl der Flüchtlinge steigt

Auch in Nettetal macht sich bemerkbar, dass seit einiger Zeit wieder mehr Asylanträge gestellt werden. Die Stadt kennt aber keine Kriterien, nach denen diese Menschen zugeteilt werden. Noch ist Wohnraum vorhanden.

Die Stadt muss jederzeit damit rechnen, Asylbewerber aufnehmen zu müssen. Die Bezirksregierung in Düsseldorf hat den Fachbereich Soziales darauf vorbereitet, dass die neue Welle von Asylbewerbern, die zurzeit in Deutschland registriert wird, auch die Stadt Nettetal erfassen wird. Dies bestätigte Pressesprecher Arndt Venten auf Anfrage.

Deutlich steigende Asylbewerberzahlen stellen das Land derzeit vor Probleme. Nordrhein-Westfalen unterhält Einrichtungen in Bielefeld und Dortmund zur Erstaufnahme, sie reichen jedoch nicht aus. Dazu kommen weitere zentrale Auffangmöglichkeiten in Hemer und Schöppingen. Insgesamt können 1550 Menschen untergebracht werden. Dies reicht nicht aus, das Land hat in Neuss 150 Plätze in einem ehemaligen Krankenhaus genehmigt und will auch in Stolberg Flüchtlinge unterbringen.

Ende Juli registrierte die Stadt noch 89 Asylbewerber in ihren Unterkünften (Caudebec-Ring in Lobberich und Obdachlosenwohnungen in Breyell-Schmaxbruch) sowie in gemieteten Wohnungen. Erst kürzlich hatte Fachbereichsleiter Michael Theven im Sozialausschuss berichtet, die Stadt könne kurzfristig 25 Flüchtlinge noch aufnehmen. Würden es mehr, so müsse die Stadt weitere Wohnungen anmieten.

Wie sich die Situation kurzfristig entwickelt, ist nach Angaben von Arndt Venten ungewiss. "Der Fachbereich kennt keine Kriterien, nach denen Asylbewerber zugewiesen werden und nach denen Orte ausgewählt werden", berichtete er. Bekannt sei nur, dass Asylbewerber, die einen Wiederholungsantrag gestellt hätten – sie kommen überwiegend aus den Balkanländern – zunächst den Ortschaften zugewiesen werden, in denen sie bei ihrem Erstantrag gelebt hatten. Das lasse für nettetal zunächst kein signifikantes Anschwellen der Flüchtlingszahlen erwarten. "In den stark von Asylanträgen geprägten 1990er-Jahren hat Nettetal überwiegend Schwarzafrikaner aufgenommen. Sie gehören aber nicht zu den aktuellen Welle, die landesweit verzeichnet wird", so Venten.

Manchmal geht es allerdings auch extrem schnell. Zwei Asylbewerber kamen noch am Tag, an dem sie angekündigt wurden, in die Stadt. Im Oktober gab es acht Zuweisungen, das lässt auf steigende Zahlen schließen. Denn im gesamten Jahr 2011 waren 20 Flüchtlinge neu gekommen. Die Unterbringung von Alleinstehenden gilt als schwierig, Familie erhalten eher eine Unterkunft. FRAGE DES TAGES

(RP)