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Nettetal: Wohnen, arbeiten und erholen

Nettetal : Wohnen, arbeiten und erholen

Die Stadt bastelt an einem Entwicklungskonzept für die nächsten 15 Jahre. Denn Nettetal will nicht von den Ballungsräumen abgehängt und zur touristischen Spielweise degradiert werden. Es geht um die einzelnen Stadtteile.

Wo kann die Stadt künftig neue Wohngebiete ausweisen, wie muss sich auf die Folgen des demografischen Wandels reagieren und wie geht sie mit den Herausforderungen des Atomausstiegs um? Die Stadt will sich nicht von außen diktieren lassen, wie sie ihre Zukunft gestalten kann. Denn Herzstück von Kommunalpolitik bleibt die Planungshoheit.

Vor sieben Jahren hat Nettetal den Flächennutzungsplan neu aufgestellt. Damals haben sich sehr viele Bürger beteiligt und Wünsche eingebracht, zumal die Entwicklung der einzelnen Stadtteile detailliert beraten wurde. Über die aktuelle Diskussion der Leitziele 2015plus hinaus möchte die CDU ein Stadtentwicklungskonzept entwickeln, das sich erneut mit dem Potenzial der einzelnen Stadtteile beschäftigen wird. Es ist kaum ein Zufall, dass auf der Ebene der Bezirksregierung der Regionalplan neu beraten wird. Er muss den Rahmen abstecken, in dem sich Nettetal bewegen kann.

Jeder Bürger betroffen

Das alles klingt spröde und theoretisch, hat aber unmittelbare Folgen für jeden Bürger. In Düsseldorf werden die Siedlungsstruktur, Kulturlandschaften und Infrastruktur festgelegt. Entschieden wird dort, ob und wo noch Ansiedlungen zum Wohnen und Arbeiten bewilligt werden, und wie mit großflächigem Einzelhandel umzugehen ist.

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In Nettetal wird man höllisch aufpassen müssen, als Flächengemeinde nicht dem Trend zur Förderung großstädtischer Strukturen geopfert zu werden. Auf Landesebene wächst die Neigung der rot-grünen Regierung, sich auf die Ballungsräume zu konzentrieren, eine Entwicklung in der Fläche aber zu bremsen. "Der ländliche Raum darf nicht verkürzt werden auf eine Funktion als Erholungsraum für die Oberzentren", mahnte Stadtplaner Markus Grühn. Auf Kreisebene habe man sich auf ein Positionspapier geeinigt, das die Wettbewerbsfähigkeit des platten Landes erhält.

Die Position der CDU dazu fand allgemein Zustimmung im Planungsausschuss: Die Stadt muss sich bedarfsgerecht weiterentwickeln und gleichzeitig Reduzierungen ihrer Handlungsfreiheit verhindern. Nettetal braucht die direkte Anbindung an Düsseldorf auf der Schiene. Der Einzelhandel muss gesichert werden, die Zentrenkonzepte sind anzupassen. Es müssen Vorrangflächen für die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie ausgewiesen und die Verträglichkeit weiterer Biogasanlagen geprüft werden.

Bei aller Sorgfalt hat die CDU es eilig mit der Umsetzung. Es sei mitlerweile 15 Jahre, her, dass der Flächennutzungsplan neu diskutiert worden sei. Jetzt gehe es darum, sich Klarheit über die Entwicklungsziele der nächsten 15 Jahre zu verschaffen, erklärte Dr. Marcus Optendrenk. FRAGE DES TAGES

(RP)