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Nettetal: "Wohnen am See" wird bald möglich

Nettetal : "Wohnen am See" wird bald möglich

Bei einer ersten Bürgeranhörung zur Neufassung des Bebauungsplanes "Strandweg" ergaben sich keine Einwendungen gegen Wohnhäuser, die dort statt eines ursprünglich einmal geplanten Hotels errichtet werden sollen.

Wer von Breyell aus nach Lobberich fährt, wird demnächst nicht mehr von einer Parkbucht mit Altglascontainern und einer zur Pizzeria umgestalteten Tankstelle empfangen, sondern von einer bis zu dreigeschossigen Bebauung. Sie könnte im Erdgeschoss kleine Geschäfte, Büros oder Gastronomie aufnehmen. Zwischen den beiden langgestreckten Häusern führt eine Straße in das Grüngelände am Nettebruch, das Wohngebiet soll bis zu 13 eineinhalbgeschossige Einfamilienhäuser erhalten.

Damit werden endgültig Pläne zu den Akten gelegt, die der Versicherungsmakler und Immobilieninvestor Kurt Schmidt seit Ende der 1980er Jahre hegte: Hotel mit fünfgeschossigem Hauptkomplex und zwei viergeschossigen Flügeln. Der ehrgeizige Plan hat sich im Auf und Ab der konjunkturellen Schwankungen nicht verwirklichen lassen. Schmidt bat für das auf den Namen seiner Frau eingetragene Grundstück um eine Neuplanung. Bleiben erhebliche Widerstände aus, könnte das Wohngebiet bis zum Jahresende als Satzung gebilligt werden.

"Konkrete Pläne haben wir noch nicht. Aber wir können uns jetzt ernsthaft mit der Kalkulation befassen", sagte Kurt Schmidt. Er ist zuversichtlich, denn "am Wasser zu wohnen, ist doch allgemein sehr gefragt".

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Ob man den Vorschlag der Stadt übernehmen werde, konnte er noch nicht sagen, "aber sobald die Stadt grünes Licht gibt, legen wir los". Nach den Vorstellungen der Stadt, die Planer Ulrich Eckert in einer Bürgeranhörung erläuterte, führt eine Wohnstraße etwa auf der Trasse des Weges, der Breyeller und Flothender Straße verbindet, in das Gebiet. Er fächert sich dort in fünf Arme auf und bietet Platz für etwa 13 Einfamilienhäuser.

"Es können auch Doppelhäuser gebaut werden", sagte Eckert, das müsse der Investor entscheiden. Der trägt auch die Kosten für Straßenbau und Begrünung. Ob die Straße (und der Bauhof) durch einen Kreisverkehr an die Breyeller Straße angeschlossen werden, ist nicht beschlossen, aber im Plan berücksichtigt. Der Investor muss auch Altlasten beseitigen, die von der Tankstelle und Niedieck'schen Gasanstalt herrühren konnten, die in unmittelbarer Nachbarschaft zwischen 1885 und 1930 stand. Auf ihn kommen auch die Kosten einer das Baugebiet abschirmenden "frei wachsenden Hecke aus heimischen Laubgehölzen" zu.

Der am Ufer des Nettebruchs verlaufende Strandweg soll auf eine Anregung hin breiter werden, damit Radler und Fußgänger sich nicht in die Quere kommen. Gefällt werden im Uferbereich und an der Pumpstation an die 20 windschiefe und hiebreife Hybridpappeln. Sie werden durch hochstämmige Laubbäume ersetzt. Die vor allem um das Pumpwerk stehenden Kirschbäume und Platanen bleiben unangetastet. Ein Bürger kritisierte, dass der jetzige Grundstückseigentümer "das Gebiet vergammeln ließ". Deshalb sei es an der Zeit, sagte die Beigeordnete Susanne Fritzsche, dass "wir zu Ende führen, was wir vor Jahren beschlossen haben".

(mme)