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Wochenmärkte in den Stadtteilen von Nettetal

Märkte in Nettetal : Einkaufen im Freien

Der Wochenmarkt in Lobberich lockt viele Kunden an. Durch die Corona-Krise ist die Zahl noch gestiegen. Marktmeisterin Isabell Gartmann bemüht sich um mehr Beschicker für die Mini-Märkte in Kaldenkirchen und Schaag.

Die Nachfrage ist groß: „Kartoffeln, Erdbeeren und natürlich Spargel gehen besonders gut“, erzählt Dagmar Stroetges. Im Angebot hat sie nahezu alles an Obst und Gemüse, was zurzeit frisch in der Region geerntet wird. Freitag für Freitag steht sie mit ihrem Mann Johannes auf dem Wochenmarkt in Lobberich: „Wir gehören hier sozusagen zum Inventar, schon meine Schwiegereltern waren Marktbeschicker“, erzählt sie. Familie Stroetges verkauft auch auf anderen Märkten in der Umgebung, im Vergleich findet sie den Lobbericher Markt „klein, aber fein“.

Dabei ist der Freitagsmarkt der größte in Nettetal, in den anderen Stadtteilen sieht es in Sachen Marktkultur bescheiden aus. „Wir arbeiten daran, mehr Beschicker für die anderen Märkte zu bekommen, bis jetzt gab es leider wenig Resonanz auf unsere Ausschreibungen“, sagt Isabell Gartmann vom Ordnungsamt.

Gartmann ist Nettetals Marktmeisterin, kümmert sich um die Organisation der Märkte, hält den Kontakt zu den Beschickern, die „untereinander gut vernetzt“ seien. Das Konzept: „Wir haben so genannte grüne Wochenmärkte mit Lebensmitteln, dazu kommen noch regelmäßig Trödelmärkte.“ Mit der Größe in Lobberich ist sie zufrieden, freitags an der Von-Bocholtz-Straße sind im Durchschnitt rund zehn Beschicker dabei, das Angebot reicht von Obst und Gemüse über Käse bis zu Fleisch; dazu kommt noch dienstags der kleinere Markt auf dem Alter Markt. In Hinsbeck, Leuth und Breyell indes gibt es gar keine Märkte, in Kaldenkirchen und Schaag nur sehr kleine. Das war vor Jahren noch anders.

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„In Breyell nahm die Zahl der Beschicker auf dem Lambertimarkt immer mehr ab, bis gar keiner mehr kam“, bedauert Hubertine Kreuels, früher viele Jahre Vorsitzende des Verkehrsvereines Breyell. Bemühungen um neue Händler scheiterten ebenso wie das Experiment Feierabendmarkt. „Schade, schade“, bedauert Kreuels, so ein Markt würde das Stadtteil-Leben bereichern: „Man weiß, alles ist frisch, und man kann gut klängern.“

Nicht ganz so dramatisch ist die Situation in Kaldenkirchen, wo donnerstags immerhin noch bis zu drei Händler stehen. „Aber früher war der Markt größer, ein richtiger Anziehungspunkt, jetzt ist die Situation relativ mau“, so Claudia Willers, Ortsvorsteherin und Vorsitzende des Werberings Kaldenkirchen-Aktiv. Als ein, zwei Händler ausfielen, bröckelte der Markt.

Daran erinnert sich auch Gartmanns Kollege Markus Langer vom Ordnungsamt, der auf jedem Markt nach dem Rechten sieht und am Monatsende die Standgebühren von 70 Cent pro Quadratmeter und Tag kassiert: „Das waren noch Zeiten, als die Innenstadt von Kaldenkirchen voll mit Marktständen war.“ Von einer Art Teufelskreis spricht Michael Scherf, der mit seinem Käsestand sowohl in Kaldenkirchen als auch in Lobberich steht: „Je größer der Markt, desto mehr Leute und potentielle neue Beschicker zieht er an, ein kleiner Markt lockt weniger.“ Er selbst könne nicht klagen: „Ich bin zufrieden, habe in Kaldenkirchen und in Lobberich meine Stammkunden.“ Zufrieden ist auch Kundin Barbara (54), die an diesem Morgen in Lobberich bei Scherf Gouda ordert: „Ich komm regelmäßig, hier gibt‘s den besten Käse und gute Beratung, immer ein nettes Gespräch.“

Qualität und Kommunikation machen für Thomas Leuf die Attraktivität des Lobbericher Marktes aus: „Die Innenstadt wird belebt, die Cafés profitieren davon, der Markt ist einfach superwichtig für Lobberich“, lobt der Vorsitzende des Lobbericher Werberings, der „selbst regelmäßig Gemüse und Fleisch auf dem Markt kauft“.

Dass jeder Kunde nicht nur an diesem Freitag Mund-Nase-Schutz trägt, darauf achtet Langer: „Kaum was zu beanstanden.“ Durch die Corona-Krise sei die Zahl der Kunden gestiegen, erzählt Dagmar Stroetges: „Viele Leute fühlen sich hier draußen sicherer als im Geschäft.“