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Wird in Nettetal das Strandbad bald wiederbelebt?

Freizeit und Tourismus in Nettetal : Wird das Strandbad bald wiederbelebt?

Ein CDU-Antrag zum Naturbaden hat einen Stein ins Wasser geworfen. Die Verwaltung kann sich die Möglichkeit am alten Strandbad Krickenbeck vorstellen. Am Mittwoch steht das Thema im Ausschuss für Wirtschaftsförderung an.

Vor dem Sommer, genau Ende Mai, stellte die CDU-Fraktion einen Prüfantrag an die Verwaltung, ob und wo in Nettetaler Seen ein Angebot für Naturbaden eingerichtet werden könne, und welche Maßnahmen in welchem Zeitrahmen zur Einrichtung eines solchen Angebotes durchgeführt werden müssten. Die CDU begründet den Vorstoß damit, dass ein neuer Bedarf entstanden sein.

Nettetal ist durch seine Seen mit einer Fläche von rund 179 Hektar geprägt. In der Vergangenheit gehörten Strandbänder, wie beispielsweise am Krickenbecker See oder am Poelven See, zum Schwimmangebot in Nettetal. Doch bereits vor vielen Jahren wurden diese Angebote eingestellt. In der Corona-Pandemie hätten aber Naherholung und heimatnahe Freizeitangebote einen neuen wichtigen Stellenwert erhalten. Dabei geht es im Gegensatz zum Freibad mit gechlortem Wasser um Naturbaden im See, das in vorgesehenen Bereichen im Einklang mit Natur und Umwelt stattfindet.

Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Digitalisierung am Mittwoch macht die Verwaltung nun einen konkreten Vorschlag. Sie fokussiert den Prüfauftrag auf die Fläche am ehemaligen Strandbad Krickenbeck am Hinsbecker Bruch. Ist sie für Wasser- und Natur-Erlebnis geeignet? Ist der direkte Zugang zum See gewährleistet? Das Grundstück befindet sich im Stadtteil Hinsbeck an der Krickenbecker Allee in einer touristisch attraktiven Lage mit Zugang zum Hinsbecker Bruch als Teil der Krickenbecker Seen. Die Liegenschaft ist im Flächennutzungsplan vollständig als „Fläche für Badeanstalt“ dargestellt. Das Grundstück liegt im bauplanungsrechtlichen Außenbereich und inmitten eines Landschaftsschutzgebietes. In den 1970er/80er Jahren fand dort auf einer rund 5500 Quadratmeter großen Teilfläche in den Sommermonaten ein regelmäßiger Badebetrieb statt. In den letzten Jahrzehnten büßte die Einrichtung an Besucherfrequenz immer mehr ein und der Badebetrieb sowie alle damit erforderlichen Vorkehrungen wie Wasserproben wurden schließlich eingestellt, führt die Verwaltung weiter aus. Auf der Fläche befinden sich auch heute noch die Gebäude des früheren Strandbades Krickenbecker See. Ein Teil der Gebäude wurde in das heutige Infozentrum Biologische Station Krickenbecker Seen integriert. Der Trakt, in dem sich die Umkleiden befanden, ist derzeit gar nicht genutzt. Der Zugang zur eigentlichen Liegewiese und zum See ist heute durch einen Zaun abgetrennt, so dass das Gelände von der Straße her nicht zugänglich ist. Die Flächen der Liegenschaft sind derzeit verpachtet.

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In den letzten Monaten hat die Stadt mit verschiedenen Akteuren,  auch aus dem nachbarschaftlichen Umfeld, Gespräche geführt. Dabei ist man sich einig gewesen, dass die Fläche von öffentlichem Interesse ist und ein Potenzial für eine Freizeitnutzung besteht. In einem ersten Schritt will die Stadt nunmehr die derzeitige Grundstücksnutzung neu bewerten und gegebenenfalls eine Änderung der aktuellen Pachtverhältnisse anstreben, um die Fläche für Interessenten und Investoren verfügbar zu machen. Danach müsse die Stadt die Interessen möglicher Investoren eruieren und parallel den Zustand der bestehenden Gebäude prüfen. Zudem müsste mit allen zuständigen Behörden alle Voraussetzungen untersucht werden, die für die Etablierung einer Badestelle notwendig sind. Die Verwaltung steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber und empfiehlt dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Digitalisierung, dem Beschlussentwurf zuzustimmen. In den beiden letzten Jahren hätten viele Menschen die eigene Landschaft als Freizeit- und Tourismusregion neuentdeckt. Lokale, wenn auch kleinere und niederschwellige Angebote seien wieder mehr gefragt. Zudem biete das Einrichten einer Badestelle die Möglichkeit, das wilde Baden in den Seen, was in den Sommermonaten durchaus vorkomme, zu kanalisieren, um Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt durch unzulässiges Baden an ungeeigneten Plätzen zu vermeiden.