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Nettetal: Wieder in der Sackgasse

Nettetal : Wieder in der Sackgasse

Nach jahrelangen Diskussionen gibt die Stadt die Fähr- und Synagogenstraße für den Verkehr frei. Dazu wurde das kleine Stückchen umgebaut. Aber der Bauzaun steht immer noch. Die Anwohner und Geschäftsleute sind sauer.

Die unendliche Geschichte der Schöffengasse geht in die nächste Runde. Die 40 Schritte lange Verbindung zwischen Fähr- und Synagogenstraße war Fußgängerzone und für den Durchgangsverkehr gesperrt. Doch das scherte viele Autofahrer nicht. Sie fuhren jahrzehntelang hier durch oder parkten auch hier.

Als die Polizei aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht mehr mitspielte, fasste die Politik nach schier endlosen Beratungen den Entschluss, die Straße offiziell für den Verkehr zu widmen. Zuvor war die komplette Sperrung des Straßenzuges, der als Sackgasse eingerichtet wurde, auf erheblichen Widerstand gestoßen. In Versammlungen b verschafften Bürger und vor allem Geschäftsleute ihrem Ärger Luft.

Straße wieder öffnen

Der Beschluss zur Öffnung der Straße ist mittlerweile auch schon wieder ein Jahr her. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, das rote Pflaster verschwand. Die Fahrbahn ist asphaltiert, zudem entstanden zwei Parkbuchten. Eigentlich sollten die Arbeiten im vergangenen Jahr beginnen. Doch wollte die Stadt zunächst den Karnevalsumzug in Kaldenkirchen abwarten, dann war es das Frühlingsfest. Nach Ostern ging es endlich los. Nicht nur die Werbegemeinschaft "Kaldenkirchen Aktiv" freute sich. Die Einzelhändler und Dienstleister nahmen den Beginn der Bauarbeiten freudig auf.

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Das ausführende Unternehmen informierte die Anlieger und Geschäftsleute per Handzettel. Danach sollte der Umbau in drei Bauabschnitten vorgenommen werden. Für die Dauer der Arbeiten werde die Straße gesperrt. "Das liegt nun schon einige Wochen zurück", ärgert sich Marion Gartmann von der Grenzlandreinigung. Die Bauarbeiten wurden vor zwei Wochen beendet, "aber die Straße ist immer noch gesperrt", sagt sie verärgert. "Kunden mit schweren Wäschekörben oder Teppichen können ihre Sachen nicht anliefern. Es ist mittlerweile sehr dringlich für uns, dass die Bauzäune verschwinden". Hedwig Hendricks-Hinssen vom gleichnamigen Büromagazin, hat es die Sprache verschlagen. "Ich sage nix mehr, ich bin einfach nur noch sprachlos", sagt sie verärgert.

Arndt Venten, Pressesprecher der Stadtverwaltung Nettetal, versucht Klarheit zu schaffen. Nach seinen Angaben wurde während der Bauphase ein Beschilderungsplan erstellt und dem Ordnungsamt zugeleitet. Das wiederum befragte dazu die Kreispolizeibehörde. "Wir befinden uns also zurzeit im Anhörungsverfahren. Das heißt, dass wir auf das Okay der Kreispolizeibehörde warten", erklärt Venten. Claudia Willers, Vorsitzende von "Kaldenkirchen Aktiv", ist immer noch guter Dinge. "Vielleicht wird der Bauzaun ja endlich zum Schnäppchenmarkt, der am Wochenende stattfindet, entfernt", sagt sie. Aber das ist eher Galgenhumor. Sie glaubt daran nicht.

(ivb)