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Nettetal: Wie ein Varieté Gefühle weckt

Nettetal : Wie ein Varieté Gefühle weckt

Es gibt diese Abende, die einfach alles haben: Sie lassen einen lachen und die Luft anhalten, machen sprachlos vor Bewunderung und lassen die Zeit still stehen. Ein solcher Abend war das Rheinische Varieté, das der Lobbericher Michael Backes alias Schmitz Backes jetzt erneut in der Werner-Jaeger-Halle präsentierte.

Alle zwei Jahre macht der Lobbericher die Werner-Jaeger-Halle zum Varieté-Theater. Vor 18 Monaten hat er mit den Vorbereitungen für die zwei Abende und erstmals eine Kinder-Vorstellung begonnen. "Wir haben die Kapazitäten verdoppelt. Ich bin stolz, dass beide Abende ausverkauft sind", sagt Backes. Vielleicht reiche das Interesse bald für drei Abende. Backes, dessen Markenzeichen Pullunder, markante Brille und Schiebermütze sind, ist damit nicht mehr einmalig: Seine Tochter Greta trat als Mini-Backes auf und ließ nicht nur die Mütter im Publikum seufzen: "Wie süß!" Schmitz Backes zeigte sich als Lokalmatador mit Witz: Er warb nicht nur für Lobberichs letzte Gaslaternen, die seit 1887 stehen, sondern machte auch Zuschauerin Christel charmant zu seiner Assistentin.

Gelegenheiten, Gefühle zu zeigen, gab es einige. Genau 1 Minute und 52 Sekunden brauchten die Männer vom Thorrer Schnauzer-Ballett, um die Zuschauer von den Stühlen zu reißen. Und daran war nicht allein die markige Ankündigung: "Ihr habt drei Minuten zum Sitzenbleiben. Wer dann noch sitzt, muss auf die Bühne" schuld. Seit 30 Jahren tanzt die Gruppe, füllt Säle nicht nur zur Karnevalszeit. Nach den Auftritten in Lobberich soll für die begeisternde Truppe Schluss sein. Respekt, mit welcher Ausdauer sie Tänze und Hebefiguren zeigten.

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Frenetischen Applaus gab es für Lukas Pratschker mit seinen Hunden Falco und Turner. Der junge Österreicher zeigte Dogdance (Hundedressur zu Musik) in präziser Leichtigkeit. Das Wall Street Theater (aus aktuellen Anlass die Brexit Boys) lieferte Nummern mit zündenden Gags ab - und das lag nicht nur an den echten Feuerwerkskörpern, die in Union-Jack-Unterhosen abgebrannt wurden. Schön, dass dieser Abend Platz ließ für ruhige Momente: Das zauberhafte Tête-à-tête von Patrick Lenzen und einer zutraulichen Schreibtischlampe gefiel ebenso wie Anna Abrams, die sich auf dem Einrad elegant ihres Hosenanzugs entledigte. Verblüffend: Sandkünstlerin Natalia Moro, die mit raschem Wischen und Sandkörnern Gesichter und Landschaften in Detailtreue schuf.

(busch)