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Nettetal: Wie die "Desperate Housewives"

Nettetal : Wie die "Desperate Housewives"

Die ersten Jahre nach seinem Ausscheiden bei Girmes Oedt in den USA waren beileibe kein Zuckerschlecken. Johannes Girmes hat ab 1980 die Erzeugnisse deutscher Webereien im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten verkauft. Girmes-Aktien im Rücken waren kein Ruhekissen, denn sie wurden mit der Zeit wertlos: "Meine Mutter und ich haben dabei viel Geld verloren." Erst nach "zehn rauen Jahren" hat er den Turn-around geschafft. Habe er mit deutschen Kunden vorher immer "gekämpft", so entwickelte sich in den USA ein Vertrauensverhältnis: "Wir kamen zu Ergebnissen, die beiden Seiten gerecht wurden."

Obwohl Girmes inzwischen US-Bürger ist, mischt sich in seine bedingungslose Bewunderung, die aus dem ersten Aufenthalt Ende der 1950er-Jahre herrührt, einige Skepsis vor allem aus der Zeit der Bush-Regierung. Das Land seiner Väter sieht er inzwischen positiver, obwohl er sich "fast zwanghaft immer wieder mit seiner Geschichte befassen muss". Wenn er in Berlin ist, fährt er auch immer zum Haus der Wannseekonferenz, in der die "Endlösung der Judenfrage" beschlossen wurde.

Dass der "american way of life" auch hierzulande bekannt ist, erfuhren Hannes Girmes und seine Frau Gisela bei einem Besuch im Café Seeger. Einfach toll fand die "Gastronomiefachkraft in Ausbildung" die amerikanischen Häuser mit ihren Veranden, "von denen man gleich ins Wohnzimmer kommt". Woher sie die kennt? aus "Desperate Housewives" natürlich. Mit einer solchen Haus-Beschreibung beginnt das Buch von Johannes Girmes.

(mme)